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Domaine Marc Colin et Fils

FrankreichBurgund → Domaine Marc Colin et Fils

Die Domaine Marc Colin in Saint-Aubin ist eine der vielseitigsten Quellen für weißen Burgunder. Auf rund zwölf Hektar Rebfläche bewirtschaften Damien und Caroline Colin 24 bis 26 Appellationen – von acht Saint-Aubin Premier Crus über Chassagne- und Puligny-Montrachet bis zu den Grand-Cru-Parzellen Le Montrachet (0,11 ha) und Bâtard-Montrachet (0,09 ha). Verlängerter Ausbau mit Foudres prägt den heutigen Stil.

Domaine Marc Colin et Fils 

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1961 2026

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Domaine Marc Colin – Saint-Aubin

Die Domaine Marc Colin in Saint-Aubin zählt zu den klassischen weißen Adressen der Côte de Beaune und produziert auf rund 11,5 bis 12 Hektar Rebfläche ein breites Sortiment von Bourgogne-Lagen über zahlreiche Saint-Aubin Premier Crus und Chassagne-Montrachet Premier Crus bis hin zu zwei der prestigeträchtigsten Grands Crus überhaupt: Le Montrachet (0,11 ha) und Bâtard-Montrachet (0,09 ha). Heute wird das Gut von zwei der vier Marc-Colin-Kinder geführt: Damien Colin (Vinifikation) und seine Schwester Caroline Colin (Vertrieb).

Gründung und Familie

Marc Colin (geboren 1944) gründete die Domaine Ende der 1970er-Jahre mit Reben, die er gemeinsam mit seiner Frau Michèle aus den Familien Colin und Ponavoy erbte – einige Parzellen sind seit über hundert Jahren in Familienbesitz. Zur Anfangszeit umfasste das Gut rund 6 Hektar in Saint-Aubin und Chassagne-Montrachet. Über die 1980er- und 1990er-Jahre wurde es kontinuierlich ausgebaut.

Marc Colin hatte vier Kinder: Pierre-Yves, Joseph, Damien und Caroline. Pierre-Yves Colin trat 1994 in den Betrieb ein, übernahm 1995 die Vinifikationsleitung und gründete 2005 mit seiner Frau Caroline Morey das eigene Label Pierre-Yves Colin-Morey – heute eine der gesuchtesten Adressen für weißen Burgunder. Joseph Colin führte den Familienbetrieb mit seinen jüngeren Geschwistern weiter, bis er 2017 ebenfalls einen Teil der Familienreben mitnahm und die Domaine Joseph Colin gründete.

Seit 2017 leiten Damien und Caroline Colin den Domaine Marc Colin: Damien verantwortet die Vinifikation und Reife, Caroline den Vertrieb und die Verwaltung.

Philosophie und Stilverständnis

Mit der Konsolidierung 2017 hat sich Damien Colin auf einen längeren Ausbau verlagert: 11 Monate im Holzfass, gefolgt von 6 Monaten im Tank. Die Zahl der Tonneliers wurde von zwölf auf vier reduziert, parallel werden größere Fasstypen erprobt – 300- und 350-Liter-Fässer sowie ein speziell angefertigtes 285-Liter-Fass für den Montrachet. Bewirtschaftet wird das Gut in lutte raisonnée, mit experimentellen biologischen Parzellen, ohne formale Bio-Zertifizierung. Die Lese erfolgt vollständig von Hand.

Weinberge, Lagen und Terroir

Das Sortiment ist ungewöhnlich breit gefächert und umfasst 24 bis 26 Appellationen – ein Markenzeichen des Hauses.

Grands Crus

  • Le Montrachet Grand Cru – 0,11 ha
  • Bâtard-Montrachet Grand Cru – 0,09 ha

Chassagne-Montrachet Premier Crus

  • Les Cailleret 0,34 ha, Champs Gains 0,48 ha, Chenevottes 0,11 ha, Vide-Bourse 0,1 ha

Saint-Aubin Premier Crus (acht verschiedene)

  • Le Charmois 0,33 ha
  • La Chatenière 0,54 ha
  • Les Combes 0,24 ha
  • Créot 0,14 ha
  • En Montceau 1,01 ha
  • En Remilly 1,32 ha
  • Roche Dumay 0,44 ha
  • Castets 0,39 ha

Village-Lagen

  • Puligny-Montrachet 0,38 ha
  • Chassagne-Montrachet Blanc 2,4 ha
  • Saint-Aubin 1,02 ha

Rot

  • Chassagne-Montrachet Rouge 0,4 ha
  • Saint-Aubin 1er Cru Frionnes 0,18 ha
  • Santenay 0,63 ha

Vinifikation und Kellerarbeit

Unter Damien Colin hat sich der Hausstil deutlich präzisiert. Die Cuvées reifen 11 Monate im Fass, dann 6 Monate im Tank. Mit den größeren Fassformaten – 300, 350 und im Fall des Montrachet 285 Liter – sucht das Gut nach einem ausgewogeneren Verhältnis zwischen Holzeinfluss und Lagentypizität. Bei den Roten wird traditionell entrappt, mit moderatem Tannin-Extrakt.

Schlüsselweine und Stilistik

Das Le Montrachet in der Microparzelle von 0,11 Hektar ist die ikonische Cuvée des Hauses; das Bâtard-Montrachet mit 0,09 Hektar liegt qualitativ unmittelbar daneben.

Im Saint-Aubin-Sortiment ist Damien Colin einer der gründlichsten Lagen-Interpreten der Appellation. Ein Geheimtipp des Hauses ist die wenig bekannte Lage En Montceau – mit über einem Hektar die größte Saint-Aubin-Premier-Cru-Parzelle der Domaine.

In Chassagne-Montrachet sind die Premier Crus Les Cailleret und Champs Gains die qualitativen Eckpfeiler, mit klar definierter Frische und mineralischer Tiefe.

Lagerpotenzial

Saint-Aubin Premier Crus aus Marc Colin reifen 5 bis 10 Jahre, Chassagne Premier Crus 8 bis 15 Jahre. Die Grands Crus Le Montrachet und Bâtard-Montrachet entwickeln sich in großen Jahrgängen über 15 bis 25 Jahre.

Auszeichnungen und Kritikerstimmen

Jasper Morris MW (Inside Burgundy) bezeichnet Marc Colin als „erstklassige Quelle für weißen Burgunder“. Wine Advocate, Vinous, Burghound und Burgundy Report werten die Spitzen-Cuvées regelmäßig im 92- bis 95-Punkte-Bereich.

Marktpreise und Preisentwicklung

Aktuelle Jahrgänge der Saint-Aubin Premier Crus bewegen sich zwischen rund 50 und 120 Euro pro Flasche. Die Chassagne-Montrachet Premier Crus liegen zwischen 80 und 180 Euro. Der Bâtard-Montrachet Grand Cru kostet aktuell zwischen rund 500 und 1.000 Euro, der Le Montrachet Grand Cru zwischen 900 und 2.000 Euro – die seltenste und teuerste Cuvée des Hauses.

Kauforientierung

Wer Weißburgunder mit klarer Lagentypizität und über die gesamte Côte-de-Beaune-Hierarchie sucht, findet bei Marc Colin eine außergewöhnliche Breite. Saint-Aubin Premier Crus wie En Remilly, La Chatenière und En Montceau bieten ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis im Schatten der berühmteren Nachbar-Appellationen Chassagne und Puligny. Sammler greifen zum Bâtard-Montrachet, Connaisseurs zum Le Montrachet.

FAQ

Wer leitet die Domaine Marc Colin heute?
Damien Colin (Vinifikation) und seine Schwester Caroline Colin (Vertrieb), zwei der vier Kinder von Marc Colin. Die älteren Brüder Pierre-Yves und Joseph haben den Familienbetrieb 2005 bzw. 2017 verlassen und eigene Domaines gegründet.

Wie groß ist das Gut?
Heute 11,5 bis 12 Hektar Rebfläche, verteilt auf 24 bis 26 Appellationen in Saint-Aubin, Chassagne-Montrachet, Puligny-Montrachet und Santenay.

Welche Grands Crus produziert Marc Colin?
Zwei: Le Montrachet (0,11 ha) und Bâtard-Montrachet (0,09 ha). Beide sind mikroskopisch kleine Parzellen.

Was ist die Saint-Aubin-Spezialität des Hauses?
Marc Colin bewirtschaftet acht verschiedene Saint-Aubin Premier Crus, darunter En Remilly (1,32 ha aus fünf Teilparzellen), La Chatenière (0,54 ha) und die weniger bekannte Lage En Montceau (1,01 ha) – die größte Saint-Aubin-Premier-Cru-Parzelle des Guts.

Was hat sich seit Joseph Colins Abspaltung 2017 geändert?
Damien Colin hat die Reifedauer verlängert (11 Monate Fass, 6 Monate Tank), die Zahl der Tonneliers von zwölf auf vier reduziert und größere Fasstypen eingeführt – 300- und 350-Liter-Fässer, sogar ein 285-Liter-Custom-Fass für den Montrachet.

Wird biologisch oder konventionell gearbeitet?
Das Gut arbeitet in lutte raisonnée mit experimentellen biologischen Parzellen, ohne formale Bio-Zertifizierung. Die Lese erfolgt vollständig von Hand.

Wie lange kann man Marc-Colin-Weine lagern?
Saint-Aubin Premier Crus 5 bis 10 Jahre, Chassagne Premier Crus 8 bis 15 Jahre, Le Montrachet und Bâtard-Montrachet 15 bis 25 Jahre.

Bedeutung innerhalb der Weinwelt

Domaine Marc Colin gehört zu den qualitätsführenden Familienbetrieben Saint-Aubins und hat – gemeinsam mit den abgesonderten Familien-Labels Pierre-Yves Colin-Morey und Joseph Colin – die Wahrnehmung dieser ursprünglich weniger bekannten Appellation als ernsthafte Adresse für weißen Burgunder neu definiert. Die Kombination aus zwei mikroskopisch kleinen Grand-Cru-Parzellen, einer ungewöhnlichen Vielzahl von Premier-Cru-Cuvées und einem zugänglichen Preisniveau im Saint-Aubin-Sortiment macht das Gut zu einer der vielseitigsten Quellen für weißen Burgunder überhaupt.

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