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Domaine Jamet

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Domaine Jamet 

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1961 2026

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Domaine Jamet – Referenz für klassischen Côte-Rôtie

Domaine Jamet ist eine der bedeutendsten Adressen der Appellation Côte-Rôtie im nördlichen Rhône-Tal und gilt vielen Kritikern als die führende Domaine für klassisch vinifizierten Syrah dieser Region. Sitz und Keller liegen auf dem Plateau Le Vallin oberhalb von Ampuis, mit Blick bei klarem Wetter bis zum Mont Blanc. Heute werden rund 8 bis 8,5 Hektar in Côte-Rôtie bewirtschaftet, verteilt auf 25 Parzellen in bis zu 17 verschiedenen Lieux-dits — ein außergewöhnlich fein gegliedertes Lagen-Mosaik, das die Domaine zur Inkarnation des klassischen Côte-Rôtie-Verständnisses macht. Hinzu kommen rund 20 Hektar in Condrieu und Bestände in den Côtes du Rhône, sodass die Gesamtfläche etwa 17 Hektar umfasst. Die Domaine wird heute von Jean-Paul Jametmit seiner Frau Corinne und dem ältesten Sohn Loïc Jamet geleitet, der 2015 in den Betrieb eintrat. Stilistisch steht Jamet für tiefgründige, fein gegliederte, sehr lagerfähige Syrah, die das Terroir der Appellation in seiner Bandbreite einfangen.

Die jährliche Gesamtproduktion liegt bei rund 50.000 Flaschen — ein bewusst kleines Volumen, das die Handarbeit auf den Steilhängen und die rigorose Selektion widerspiegelt.

Gründung und Eigentümer

Joseph Jamet legte den Grundstein der Domaine 1950 mit 0,35 Hektar auf der Côte Brune. Wie viele Anwohner bewirtschaftete er anfangs vor allem Pfirsiche, Aprikosen und Nektarinen — Obstkulturen, die in jenen Jahren mehr Geld einbrachten als der Wein. Erst 1976 füllte Joseph seinen ersten eigenen Wein ab; davor verkaufte er die Trauben an Négociants. Über die Jahrzehnte erweiterte er den Lagenbestand kontinuierlich.

1991 übernahmen die Brüder Jean-Paul und Jean-Luc Jamet die Domaine von ihrem Vater. Gemeinsam führten sie den Betrieb über zwei Jahrzehnte und machten Jamet zum internationalen Maßstab für klassischen Côte-Rôtie. Eine wichtige familiäre Verbindung in der Region: Joseph Jamet war der Onkel von Gilbert Clusel (Domaine Clusel-Roch), ein Beispiel für die enge Verflechtung der Côte-Rôtie-Familien.

Die Aufspaltung 2013

Eine Zäsur markierte das Jahr 2013, als Jean-Luc Jamet die Domaine verließ, um ein eigenes Weingut zu gründen. Die zuvor 16 Hektar umfassenden Bestände wurden hälftig geteilt, eine symbolische Mauer trennt seither die beiden Keller. Domaine Jamet verblieb unter Leitung von Jean-Paul und Corinne Jamet; Sohn Loïc trat 2015 ein und vinifiziert seither auch den Condrieu Vernillon. Fanny die jüngere Schwester von Loïc ist ebenfalls am Weingut tätig und kümmert sich mit ihrer Mutter um die Distribution. Jean-Luc Jamet führt seither Vignoble Jean-Luc Jamet mit eigenen Côte-Rôtie-Beständen — beide Domänen bewirtschaften Lagen, die historisch zur gemeinsamen Familie gehörten.

Philosophie und Stilverständnis

Im Mittelpunkt steht für Jean-Paul Jamet nicht die Exposition der Hänge, sondern die Bodenbeschaffenheit: „Die Differenz zwischen Schiefer und Granit ist der Schlüssel.“ Der zweite entscheidende Faktor sei die Höhe der Lagen. In manchen Jahren bringen die höheren, windexponierten Parzellen Säurefrische und Balance ins Bouquet — eine Beobachtung, die etwa für die Jahrgänge 2001 (Frischeschub aus den hohen Lagen) und 2002 (Säurestress dort) deutlich wurde.

Aus dieser Lagenvielfalt zieht Jamet die zentrale Philosophie der Domaine: Vinifikation jeder Parzelle separat, dann sorgfältige Auswahl und Verschnitt zum Klassik-Wein. Nicht alle Lots fließen ein; entscheidend ist die jeweils beste Balance des Jahrgangs. Diese Philosophie macht die Domaine zum stilbildenden Gegenpol zur Mode der Single-Vineyard-Cuvées, die viele Côte-Rôtie-Erzeuger seit den 1990er-Jahren prägen. Jamet bekennt sich stattdessen zur Idee, dass der Verschnitt vieler Klimate ein nuancierteres und vollständigeres Bild von Côte-Rôtie ergibt als jede Einzellage.

Weinberge, Lagen und Terroir

Die rund 8,5 Hektar in Côte-Rôtie verteilen sich auf 25 Parzellen über bis zu 17 Lieux-dits. Der Schwerpunkt liegt auf der schieferdominierten Côte Brune und ihrem Umfeld, ergänzt durch rund 25 Prozent Bestände auf der granitgeprägten Côte Blonde.

Zu den Lagen der Domaine zählen:

  • Côte Brune – die historische Wiege der Domaine, Bestände aus den 1940er-Jahren
  • Côte Blonde – auf Granit, Bestände aus 1943
  • ChavarocheFongeantLe TruchetCôte Baudin – Kernlagen auf braunem Schiefer im Zentrum der Appellation
  • La LandonneCôte Rozier – Schieferlagen mit hohem Eisenanteil, langlebige Stile
  • MoutonnesBonnivièresLeyatLe PlombRochainsMornachonLézardesTartaras – weitere Schieferlagen
  • Lancement – südexponierter Granit, eine der zwei Hauptlagen auf der Côte-Blonde-Seite
  • La Gerine – jüngere Bepflanzung um 2000

Die Côte-Brune-Parzelle, aus der die berühmte Single-Vineyard-Cuvée stammt, umfasst knapp 0,5 Hektar, davon zwei Drittel Reben aus den 1940er-Jahren und ein Drittel aus 1993 — ein Erbe der Pionierzeit Josephs.

Rebsorten und Cuvées

Die Bestockung der Côte-Rôtie-Bestände ist nahezu reiner Syrah mit kleinen Anteilen Viognier, wie in der Appellation üblich. In Condrieu wird klassisch Viognier vinifiziert; in den weiteren Appellationen ergänzen Marsanne und Roussanne das Sortiment.

Das aktuelle Sortiment der Domaine umfasst:

  • Côte-Rôtie (Klassik-Assemblage) – das stilbildende Aushängeschild, jährlich verschnitten aus bis zu 16 Lieux-dits
  • Côte-Rôtie Côte Brune – Single-Vineyard-Cuvée seit der ersten Eigenabfüllung 1976, rund 2.000 Flaschen jährlich, aus der historischen 0,5-ha-Parzelle
  • Côte-Rôtie La Landonne – neue Single-Vineyard-Cuvée seit Jahrgang 2018, ca. 300 Kisten jährlich
  • Côte-Rôtie Fructus Voluptas – Spezialcuvée seit 2008
  • Condrieu Vernillon – 100 % Viognier, seit 2015 von Loïc Jamet vinifiziert, aus zwei Parzellen (Vernon und Côte Châtillon)
  • Côtes du Rhône in Rot und Weiß sowie ein IGP Collines Rhodaniennes aus 100 % Syrah

Historisch existierte zudem die Cuvée Élégance (1996, 1997, 2000) in 50-cl-Flaschen, ausschließlich für den französischen Markt, aus den Granitlagen der Blonde-Seite — sie ist heute nicht mehr Teil des Sortiments.

Vinifikation und Kellerarbeit

Die Vinifikation bei Jamet ist bewusst klassisch und hat sich nach der Aufspaltung 2013 noch stärker auf das Whole-Cluster-Prinzip zugespitzt. Der Trauben-Anteil mit Stielen liegt heute bei rund 90 Prozent — eine deutliche Steigerung gegenüber den 10 bis 30 Prozent, die für die gemeinsame Brüder-Ära dokumentiert sind. Nur in heiklen Jahren mit unreifen Trauben — etwa 2002 mit 60 Prozent Entrappung oder dem durch Trockenheit gezeichneten 2003 mit vollständiger Entrappung — weicht die Domaine vom Whole-Cluster-Prinzip ab.

Die Gärung läuft im Edelstahl mit Spontanhefen über etwa drei Wochen, mit Pumpover bei den Whole-Bunch-Vats und Cap-Punching bei den entrappten Lots. Der Ausbau erfolgt über 22 Monate in einer Mischung aus Demi-Muids (550 Liter) und Barriques (228 Liter), wobei der Neuholzanteil heute unter 15 Prozent liegt, der Rest entfällt auf gebrauchte Fässer von drei bis zehn Jahren. Seit 1997 wird nicht mehr geschönt, und die Weine werden unfiltriert auf die Flasche gebracht.

Diese kompromisslos klassische Linie — Whole-Cluster, Demi-Muid als bevorzugtes Reifegefäß, Verschnitt vieler Lagen statt Single-Vineyard-Dominanz — hat Jamet zur Referenz für traditionellen Côte-Rôtie gemacht.

Schlüsselweine: Klassik und Côte Brune

Der Klassik-Côte-Rôtie der Domaine ist das stilprägende Aushängeschild und gilt vielen Kritikern als der Wein, der das Herz der Appellation am vollständigsten einfängt. Er vereint Lagen aus Schiefer und Granit, aus zentralen und windexponierten Hängen und liefert ein vielschichtiges Bouquet aus dunklen Beeren, Veilchen, Olivenöl, Pfeffer und gerösteten Kräutern, getragen von einer fein körnigen Tanninstruktur.

Die Côte Brune ist der spirituelle Kern der Domaine — der Wein aus jener Lage, mit der Joseph 1950 begann. Mit nur rund 2.000 Flaschen pro Jahr ist sie eine der seltensten klassischen Côte-Rôties überhaupt. Stilistisch steht sie in der Tradition großer historischer Brunes, etwa der Marius Gentaz-Dervieux‘ aus den 1980er-Jahren. Hier zeigt sich, wie nah Côte-Rôtie stilistisch an die großen Pinots Burgunds heranreichen kann — eine Spannung aus Tiefe, Aromenfächer und Mineralität. In schwierigen Jahren kann die Côte Brune ausnahmsweise entfallen, etwa 2002 wegen mangelnder Reife.

Stilistik und Geschmacksprofil

Jamet-Weine zeichnen sich durch eine ausgeprägte Transparenz und straff gewickelte Mineralität aus — der direkte Gegenpol zu den geschmeidigeren, holzgeprägten La-La-Cuvées von E. Guigal. Junge Weine wirken oft verschlossen und brauchen mehrere Stunden Karaffenzeit. Mit Reife entfalten sie ein komplexes Bouquet aus dunklen Beeren, schwarzem Pfeffer, Lakritze, Veilchen, geräucherten Kräutern, Leder und Tabak, getragen von einer feinen, niemals überbordenden Tanninstruktur.

Lagerpotenzial

Jamet-Côte-Rôties gelten als außergewöhnlich langlebig. Der Klassik-Wein entfaltet seine volle Komplexität meist nach sieben bis zehn Jahren und entwickelt sich problemlos über zwanzig Jahre und länger. Die Côte Brune und Single-Vineyard-La-Landonne reichen bei guten Jahrgängen in den Bereich von dreißig Jahren und darüber hinaus — Beispiele wie der 1988er gelten in Verkostungen mehrfach als Beleg für den schier endlosen Reifeverlauf der besten Jahrgänge.

Auszeichnungen und Kritikerstimmen

Jamet zählt zu den höchstbewerteten Erzeugern der nördlichen Rhône. Aktuelle Kritikerbewertungen für den Klassik-Côte-Rôtie:

  • Jahrgang 2022: 97 Punkte Wine Spectator, 96 Punkte Decanter, 95 Punkte Vinous, 95 Punkte Jeb Dunnuck
  • Jahrgang 2021: 95 Punkte Decanter Magazine
  • Jahrgang 2019: 95 Punkte Robert Parker / The Wine Advocate
  • Konsistente Höchstbewertungen seit den 1980er-Jahren

Der Jahrgang 1988 gilt vielen Sammlern als eine der haftendsten Syrah-Erfahrungen überhaupt; auch 1989, 1990, 1991, 1999, 2009, 2010 und 2015–2017 zählen zu den überragenden Stilbeispielen.

Marktpreise und Preisentwicklung

Die Preise von Domaine Jamet sind seit der Aufspaltung 2013 deutlich gestiegen, getragen von der hohen Nachfrage und der bewusst kleinen Produktion:

  • Klassik-Côte-Rôtie: aktuell rund 195 bis 240 US-Dollar pro Flasche (Wine-Searcher-Durchschnitt jüngerer Jahrgänge); ältere Jahrgänge erreichen auf dem Sekundärmarkt deutlich höhere Werte
  • Côte Brune Single Vineyard: deutlich höher angesiedelt, oft im hohen dreistelligen Eurobereich
  • La Landonne (seit 2018): aufgrund der minimalen Menge ein Sammlerwein im dreistelligen Bereich
  • Condrieu Vernillon: im hohen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Bereich
  • Côtes du Rhône Rouge: zugänglicher Einstieg, vielfach im zweistelligen Bereich

Kauforientierung

Für Einsteiger in den Stil Jamet eignet sich besonders der Klassik-Côte-Rôtie in einem starken Jahrgang wie 2019, 2020 oder 2022 — er zeigt die volle stilistische Bandbreite der Domaine. Wer den ursprünglichen Geist der Familie erleben möchte, greift zur Côte Brune (sofern verfügbar). Die La Landonne ab Jahrgang 2018 ist ein Sammlerstück mit Investitionscharakter. Wer ein günstigeres Einstiegserlebnis sucht, findet im Côtes du Rhône Rouge der Domaine einen sortenreinen Syrah, der die DNA des Hauses bereits klar trägt.

FAQ – Häufige Fragen zu Domaine Jamet

Wer leitet Domaine Jamet heute?

Domaine Jamet wird heute von Jean-Paul Jamet und seiner Frau Corinne geleitet, gemeinsam mit dem ältesten Sohn Loïc Jamet, der 2015 in den Betrieb eintrat und unter anderem den Condrieu Vernillon vinifiziert.

Wann wurde Domaine Jamet aufgespalten?

Im Jahr 2013 verließ Jean-Luc Jamet die gemeinsam mit seinem Bruder Jean-Paul geführte Domaine, um ein eigenes Weingut zu gründen (Vignoble Jean-Luc Jamet). Die zuvor 16 Hektar umfassenden Bestände wurden hälftig geteilt. Domaine Jamet verblieb bei Jean-Paul.

Wie viele Hektar bewirtschaftet Domaine Jamet?

Die Côte-Rôtie-Bestände umfassen heute rund 8 bis 8,5 Hektar, verteilt auf 25 Parzellen in bis zu 17 verschiedenen Lieux-dits. Mit Condrieu und Côtes du Rhône erreicht die gesamte Domaine rund 17 Hektar.

Welche Lieux-dits gehören zu Domaine Jamet?

Zu den Lagen der Domaine zählen unter anderem Côte Brune, Côte Blonde, Chavaroche, Fongeant, Le Truchet, Côte Baudin, La Landonne, Côte Rozier, Moutonnes, Bonnivières, Leyat, Le Plomb, Rochains, Mornachon, Lézardes, Tartaras, La Gerine und Lancement. Die Mehrheit liegt auf der schieferdominierten Côte Brune.

Was zeichnet den Stil von Domaine Jamet aus?

Domaine Jamet steht für klassisch vinifizierten Côte-Rôtie mit hohem Whole-Cluster-Anteil (rund 90 Prozent), Ausbau in Demi-Muids und nur geringem Neuholzanteil (unter 15 Prozent). Stilistisch zeigen die Weine Transparenz, fein gewickelte Mineralität und große Tiefe — der Gegenpol zu den holzgeprägteren La-La-Cuvées von Guigal.

Was ist die Côte Brune von Domaine Jamet?

Die Côte Brune ist die Single-Vineyard-Cuvée der Domaine aus einer 0,5 Hektar großen Parzelle, mit der Joseph Jamet 1950 die Domaine gründete. Die Reben stammen zu zwei Dritteln aus den 1940er-Jahren, ein Drittel wurde 1993 gepflanzt. Die jährliche Produktion liegt bei nur rund 2.000 Flaschen.

Wie lange kann man Jamet-Weine lagern?

Der Klassik-Côte-Rôtie entfaltet seine volle Komplexität nach sieben bis zehn Jahren und entwickelt sich problemlos über zwanzig Jahre und länger. Die Côte Brune und La Landonne erreichen bei guten Jahrgängen Lagerpotenziale von dreißig Jahren und mehr.

Welche Jahrgänge sind bei Domaine Jamet besonders empfehlenswert?

Unter den jüngeren Jahrgängen gelten 2022, 2020, 2019, 2018, 2017 und 2015 als außergewöhnlich. Historisch bedeutsame Jahrgänge sind 1988, 1989, 1990, 1991, 1999, 2009 und 2010. Der 1988er gilt vielen Sammlern als eine der prägendsten Syrah-Erfahrungen überhaupt.

Was kostet ein Domaine Jamet Côte-Rôtie?

Der Klassik-Côte-Rôtie liegt aktuell bei rund 195 bis 240 US-Dollar pro Flasche (Durchschnitt jüngerer Jahrgänge); die Côte Brune Single Vineyard und die La Landonne ab 2018 erreichen deutlich höhere, oft dreistellige Eurobeträge. Der Côtes du Rhône Rouge der Domaine ist ein deutlich zugänglicherer Einstieg in den Stil des Hauses.

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