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Domaine Clape

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Domaine Clape 

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1961 2026

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Domaine Auguste Clape – die Referenz für Cornas

Domaine Auguste Clape ist die Referenzadresse der Appellation Cornas in der südlichen nördlichen Rhône und gilt als Inbegriff des traditionellen, reinsortigen Syrah dieser Region. Sitz und Keller liegen unscheinbar an der RN 86 mitten im Dorf Cornas. Die Domaine bewirtschaftet rund 5,38 Hektar Cornas (davon etwa 4,8 ha im Eigentum), ergänzt durch Parzellen in Côtes du Rhône und Saint-Péray — insgesamt rund acht Hektar. Die Reben stehen auf den steilen Granitterrassen des Cornas-Amphitheaters, ausschließlich bestockt mit der alten lokalen Syrah-Selektion Sérine (la Petite Syrah). Die Domaine wird heute von Olivier Clapegeführt, dem Enkel des Gründungsvaters Auguste Clape.

Stilistisch steht Clape für kompromisslos traditionellen Cornas: tiefgründige, kraftvolle, sehr langlebige Syrah, die jeden Jahrgang treu widerspiegeln und ohne modische Eingriffe entstehen.

Gründung und Eigentümer

Auguste Clape (geboren am 13. Juli 1925) war ein Winzer der ersten Generation, der seine Reben durch die Heirat mit seiner Frau Henriette erwarb, deren Familie fünf Hektar in Cornas besaß. Sein erster Jahrgang war 1949. Während fast alle Winzer seiner Generation Trauben und Wein in Fässern an Négociants verkauften, war Auguste der erste unabhängige Winzer Cornas‘, der ab den frühen 1950er-Jahren selbst abfüllte — und ebnete damit den Weg für die übrigen großen Erzeuger der Appellation.

Auguste Clape galt als einer der prägenden Weisen der nördlichen Rhône, ein Mann von Integrität und tiefer Naturverbundenheit, langjähriger Bürgermeister von Cornas. 1989 trat sein Sohn Pierre-Marie Clape (geboren 1951) in die Domaine ein, nachdem er seinen Beruf als Lehrer für Maschinenbau in Valence aufgegeben hatte. 2002 kam Enkel Olivier Clape (geboren 1979) hinzu.

Auguste Clape verstarb 2018 im Alter von 93 Jahren. Pierre-Marie Clape verstarb 2025. Heute führt Olivier Clape die Domaine mit der gleichen Ehrfurcht vor der Tradition fort.

Philosophie und Stilverständnis

Die Philosophie der Domaine beruht auf Zurückhaltung und Beobachtung: Die Rebe soll ihre Zyklen über die Zeit selbst regeln, der Winzer greift mit gezielten, behutsamen Eingriffen ein. Auguste Clapes Weine waren stets treu zum Jahrgang — ihr Stil im Einklang mit dem, was Witterung und Wachstumsbedingungen geliefert hatten. Wie sein Freund und Nachbar Gérard Chave war Auguste beim Lesen ein Geduldiger: „Wann die Trauben zu lesen sind, ist die schwierigste Frage, die ich beantworten muss.“ Doch trieb er die Reife nie ins Extrem.

Beim Holz ist die Domaine traditionalistisch. Auguste, der in seinen Fünfzigern noch an der Weinschule Beaune Theorie studierte, formulierte es so: „Bei den Ausbaufässern braucht man hier neutrales Holz ohne Tannin. Die Syrah muss atmen — sie braucht das Holz, um sich zu lösen und Reduktion zu vermeiden — und 18 bis 20 Monate in älteren Fässern erledigen das bestens.“

Weinberge, Lagen und Terroir

Die Domaine bewirtschaftet rund 5,38 Hektar Cornas auf den besten Hanglagen der Appellation, auf granitischem Untergrund hinter dem Dorf mit optimaler Sonnenexposition. Den Kern bilden über drei Hektar auf Reynard, dem als bestes Klima von Cornas geltenden Standort — granitisch, mit Veilchen im Bouquet von Beginn an. Hinzu kommen Parzellen auf Tézier, La Côte, Petite Côte, Geynale, Les Mazards, Patou, Pied La Vigne, Sabarotte und Chaillot. Die 0,6 Hektar auf Sabarotte sind die Hälfte des alten Noël-Verset-Standorts. 1995 kaufte die Familie eine 1980er-Parzelle von Robert Michel zwischen La Geynale und Reynard.

Die ältesten Reben datieren bis 1900 und 1890 zurück, im Schnitt sind die Reben rund 55 Jahre alt. Bestockt ist die Domaine ausschließlich mit der Sérine (la Petite Syrah), dem alten lokalen Klon mit kleinen, olivenförmigen Beeren, der eine größere aromatische Komplexität ergibt als moderne Klone.

Rebsorten und Cuvées

  • Cornas (Klassik) – das Aushängeschild, einen Monat vor Abfüllung aus fünf bis sechs Quellen der ältesten Reben assembliert; Rückgrat aus Reynard, La Côte und Sabarotte
  • Cornas Cuvée Renaissance – aus jüngeren Reben, 18 bis 20 Monate ausgebaut
  • Le Vin des Amis – Verschnitt aus Jungreben-Cornas und Syrah südlich des Dorfes
  • Côtes du Rhône Rouge – teils aus 120 Jahre alten Reben nahe Saint-Péray
  • Saint-Péray (weiß) und ein Vin de Table

Vinifikation und Kellerarbeit

Die Domaine zählt zu den traditionellsten der Region. Es wird nicht entrappt (Ausnahme: die Reifeexzesse von 2003 erzwangen eine Teilentrappung). Die Ernte vergärt rund 12 Tage im Betonbottich ohne zugesetzte Hefen, mit zwei Stampfungen täglich und etwas Überpumpen, bei einer Höchsttemperatur um 33 °C. Nach Zugabe des ersten Pressweins reift der Cornas rund 20 Monate in den schlanken, gebogenen Foudres (10 bis 12 hl) des beengten, unverändert gebliebenen Kellers, mit fünf bis sechs Abstichen. Es kommt kein neues Holz zum Einsatz. Die Cuvée Renaissance reift 18 bis 20 Monate, der Côtes du Rhône rund zehn Monate. Geschönt wird mit Eiweiß, nicht filtriert.

Die Präzision der Assemblage ist extrem: Findet einer der beiden — Vater oder Sohn — einen Wein untypisch (etwa ein Foudre mit zu viel Cassis-Note), fließt er nicht in den Klassik-Cornas ein, sondern in eine niedrigere Cuvée. Auguste Clapes Beobachtung: In weniger reifen Jahrgängen wie 1992, 1993 und 2002 zeigt Cornas Cassis-Frucht; in reifen Jahren wie 1999 kommen schwarze Kirsche, Olive, Trüffel und Schokolade hinzu.

Stilistik und Geschmacksprofil

Der Cornas der Domaine ist tief, kraftvoll und langlebig, mit Aromen von roten und schwarzen Früchten, Wild, Leder, dunklen Blüten und Oliven. Die Lage Reynard steuert von Beginn an Veilchen bei, La Côte spiegelt — in nicht zu heißen Jahren — gut gereifte rote Früchte wie Himbeere wider; in heißen Jahren tritt mehr Cassis hervor. Die alten Sérine-Reben verleihen dem Wein eine außergewöhnliche Tiefe und Komplexität, die sich über Jahrzehnte entwickelt.

Lagerpotenzial

Clape-Cornas zählt zu den langlebigsten Weinen der nördlichen Rhône. Die besten Jahrgänge entwickeln sich über zwei Jahrzehnte und länger; junge Weine sind nach drei bis vier Jahren erstmals zugänglich, entfalten ihre volle Komplexität aber erst nach deutlich längerer Reife.

Auszeichnungen und Kritikerstimmen

Die Domaine gilt unbestritten als Maßstab für Cornas. Der Cornas 2019 wurde mit 95 bis 98 Punkten von Wine Advocate und James Suckling bewertet; auch frühere und jüngste Jahrgänge erhalten regelmäßig Spitzennoten von Vinous, Decanter und Jeb Dunnuck. Auguste Clape selbst wird als einer der größten Pioniere der nördlichen Rhône gewürdigt.

Marktpreise und Kauforientierung

  • Cornas (Klassik): meist im mittleren bis oberen dreistelligen Eurobereich je nach Jahrgang
  • Cuvée Renaissance: etwas darunter
  • Le Vin des Amis: zugänglicher Einstieg im zweistelligen Bereich
  • Côtes du Rhône Rouge und Saint-Péray: moderate Preise, lohnende Entdeckungen

Für den Einstieg in den Clape-Stil eignet sich Le Vin des Amis oder der Côtes du Rhône; wer den großen Cornas erleben möchte, sollte dem Klassik-Cornas mehrere Jahre Flaschenreife geben.

FAQ – Häufige Fragen zu Domaine Auguste Clape

Wer leitet Domaine Auguste Clape heute?

Die Domaine wird heute von Olivier Clape geführt, dem Enkel des Gründungsvaters Auguste Clape. Auguste verstarb 2018 mit 93 Jahren, sein Sohn Pierre-Marie 2025.

Wo liegt die Domaine?

Sitz und Keller liegen unscheinbar an der RN 86 mitten im Dorf Cornas, in der südlichen nördlichen Rhône, rund sechs Kilometer nördlich von Valence.

Wie viele Hektar bewirtschaftet die Domaine?

Rund 5,38 Hektar in der Appellation Cornas (davon etwa 4,8 ha im Eigentum), ergänzt durch Parzellen in Côtes du Rhône und Saint-Péray — insgesamt rund acht Hektar.

Welche Lagen sind besonders bedeutend?

Den Kern bildet die Lage Reynard, das als bestes Klima von Cornas gilt. Hinzu kommen Tézier, La Côte, Petite Côte, Geynale, Les Mazards, Patou, Pied La Vigne, Sabarotte und Chaillot. Das Rückgrat des Klassik-Cornas stammt aus Reynard, La Côte und Sabarotte.

Was zeichnet den Stil von Clape aus?

Clape steht für kompromisslos traditionellen Cornas: keine Entrappung, Gärung im Betonbottich mit Spontanhefe, Ausbau in alten Foudres ohne neues Holz. Die Weine sind tief, kraftvoll, jahrgangstreu und außergewöhnlich langlebig.

Was ist die Sérine?

Die Sérine (auch la Petite Syrah) ist der alte lokale Syrah-Klon der nördlichen Rhône mit kleinen, olivenförmigen Beeren. Sie ergibt eine größere aromatische Komplexität als moderne Klone und prägt die gesamten Cornas-Bestände der Domaine.

Wie lange kann man Clape-Cornas lagern?

Clape-Cornas zählt zu den langlebigsten Weinen der nördlichen Rhône. Die besten Jahrgänge entwickeln sich über zwei Jahrzehnte und länger; erste Zugänglichkeit ist nach drei bis vier Jahren gegeben.

Welche Jahrgänge sind besonders empfehlenswert?

Unter den jüngeren Jahrgängen gelten 2019, 2020, 2015, 2010 und 2009 als herausragend. In reifen Jahren wie 1999 zeigt der Cornas schwarze Kirsche, Olive, Trüffel und Schokolade.

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