Château Pape Clément – Cru Classé de Graves aus Pessac-Léognan
Château Pape Clément ist ein Cru Classé de Graves in der Appellation Pessac-Léognan am linken Ufer der Gironde – und eines der ältesten Güter Bordeauxs, mit einer Winzergeschichte seit 1252. Benannt ist es nach Bertrand de Got, der 1305 als Papst Clemens V. amtierte. Auf 60 Hektar Stadt-Weinberg entsteht ein straffer, intensiver und breitschultriger Wein. Eigentümer ist seit 1985 Bernard Magrez, beraten von Michel Rolland. Ergänzt wird der Grand Vin durch den Zweitwein Le Clémentin de Pape Clément sowie einen renommierten Weißwein.
Geschichte und Eigentümer
Das „Pape“ im Namen verweist auf einen echten Papst: Bertrand de Got, der das Gut besaß, 1305 zum Papst Clemens V. gewählt wurde und es später dem Erzbistum Bordeaux schenkte. Über Jahrhunderte blieb es in kirchlicher Hand, bis es nach der Französischen Revolution 1791 versteigert wurde. Bernard Magrez kam Anfang der 1980er-Jahre – er hatte die Enkelin des früheren Eigentümers Paul Montagne geheiratet – und erwarb das Gut 1985 als sein erstes Weingut. Aus dem Geschäft mit Spirituosen und Markenweinen kommend, restaurierte er das Anwesen mustergültig; heute arbeitet er mit Tochter Cécile und Sohn Philippe, Gutsverwalter ist Sébastien Esquerre.
Klassifikation und Status
Pape Clément ist Cru Classé de Graves und gehört seit der Graves-Klassifikation von 1959 zum engen Kreis der klassierten Güter der Appellation. Der Rotwein sticht Jahr für Jahr durch seine Qualität hervor; seit dem Jahrgang 2008 erzielt der Wein durchweg hohe Bewertungen.
Terroir und Rebflächen
Pape Clément ist ein echter urbaner Weinberg, umgeben – wie alle sechs Châteaux innerhalb der Rocade – von Häusern, Schulen und Arbeitsstätten. Die Reben stehen auf den ältesten Schwemmterrassen, dem „Pappe“ der pyrenäischen Kiese: eine dünne, von der Garonne vor rund anderthalb Millionen Jahren abgelagerte Kiesschicht, die dem Wein seine besondere Mineralität verleiht.
Rebsorten und Assemblage
Der Rebsortenspiegel umfasst beim Rotwein rund 56 % Cabernet Sauvignon, 40 % Merlot und 4 % Cabernet Franc, beim Weißwein 50 % Sauvignon Blanc, 40 % Sémillon und 10 % Sauvignon Gris. In den letzten Jahrgängen wurde der Stil bewusst neu ausgerichtet – weg von den extrem tanninbetonten, kraftvollen Weinen der Jahre 1995 bis 2005, hin zu mehr Frische.
Weinbergsarbeit und Vinifikation
Der Anbau bewegt sich Richtung biologisch und biodynamisch (bereits Terra Vitis und HVE3) – besonders wichtig in einem Stadt-Weinberg. Eine gaskognische Ochsenrasse pflügt das Land, Drohnen messen Wasserstress, Rebvitalität und Reife, und die Trauben der besten Parzellen werden von Hand entrappt – von einer Reihe von Frauen mit weißen Handschuhen. Im Keller wird parzellenweise vinifiziert, mit Kaltmazeration und manuellem Unterstoßen; der Most läuft per Schwerkraft in Eichenfässer, in denen malolaktische Gärung und Ausbau über 18 Monate stattfinden. Die Weißweine reifen ebenfalls in Eiche, abgesehen von 15 Prozent in Beton-Eiern.
Grand Vin und weitere Weine
Der Grand Vin Château Pape Clément macht rund 40 Prozent der Produktion aus, der Zweitwein Le Clémentin de Pape Clément (aus jüngeren Reben) rund 60 Prozent. 2017 erwarb Bernard Magrez das benachbarte Gut Le Sartre (33 ha); dessen Trauben fließen voraussichtlich in die Zweitweine ein. Magrez besitzt als Einziger vier Grands Crus Classés – neben Pape Clément auch La Tour Carnet (Médoc), Fombrauge (St-Émilion) und Clos Haut-Peyraguey (Sauternes) – sowie rund 42 Weingüter in zehn Ländern.
Stilistik und Geschmacksprofil
Pape Clément ist in den meisten Jahrgängen straff, intensiv und breitschultrig – ein Wein von dunkler Frucht, Leder, geröstetem Holz, Graphit und bemerkenswerter Länge. Der Weißwein ist seidig und reich. Seit etwa 2010 zeigt der Rotwein mehr Frische, ohne seine charakteristische Kraft und Reifefähigkeit zu verlieren.
Bedeutende Jahrgänge
Zu den herausragenden jüngeren Jahrgängen zählen 2015, 2016, 2018, 2019 und 2020. Bei den reiferen Jahrgängen lohnen sich besonders 2005, 2009 und 2010 – die kraftvolle, hochbewertete Phase des Guts; ebenfalls bemerkenswert sind 2008 und 2014.
Lagerpotenzial
Der Grand Vin reift in großen Jahrgängen zwanzig bis dreißig Jahre und braucht meist acht bis zwölf Jahre, um sich zu öffnen. Le Clémentin de Pape Clément ist nach fünf bis acht Jahren auf der Höhe, der Weißwein reift zehn Jahre und länger.
Marktpreise und Preisentwicklung
Europäische Wine-Searcher-Notierungen für aktuelle Jahrgänge (Endkundenpreise inkl. MwSt., Richtwerte):
- Le Clémentin de Pape Clément rund 25 bis 40 Euro
- Château Pape Clément Grand Vin (rot) rund 70 bis 130 Euro für aktuelle Jahrgänge; gefragte Jahrgänge wie 2009, 2010 und 2016 liegen bei rund 130 bis 200 Euro.
- Château Pape Clément Blanc rund 90 bis 160 Euro.
Pape Clément bietet großen, geschichtsträchtigen Graves zu einem im Vergleich zu Haut-Brion und La Mission moderaten Preis.
Kauforientierung
Den Einstieg bietet der Zweitwein Le Clémentin de Pape Clément. Für die Cellar ist der Grand Vin in den Spitzenjahrgängen die strategisch interessanteste Position; der Pape Clément Blanc ist eine eigenständige Weißwein-Empfehlung.
FAQ
Wem gehört Château Pape Clément? Das Gut gehört seit 1985 Bernard Magrez, gemeinsam mit seinen Kindern Cécile und Philippe. Berater ist Michel Rolland, Gutsverwalter Sébastien Esquerre.
Welche Klassifikationsstufe hat Pape Clément? Pape Clément ist Cru Classé de Graves und gehört seit der Graves-Klassifikation von 1959 zum engen Kreis der klassierten Güter.
Wie setzt sich der Grand Vin zusammen? Der Rotwein umfasst rund 56 % Cabernet Sauvignon, 40 % Merlot und 4 % Cabernet Franc; der Weißwein 50 % Sauvignon Blanc, 40 % Sémillon und 10 % Sauvignon Gris.
Wie heißt der Zweitwein? Der Zweitwein ist Le Clémentin de Pape Clément (aus jüngeren Reben).
Warum heißt das Gut Pape Clément? Es ist nach Bertrand de Got benannt, der das Gut besaß und 1305 zum Papst Clemens V. gewählt wurde. Die Winzergeschichte reicht bis 1252 zurück – ein Anspruch auf den Titel des ältesten funktionierenden Guts in Bordeaux.
Was kostet eine Flasche Pape Clément? Aktuelle Jahrgänge des roten Grand Vin liegen im europäischen Markt bei rund 70 bis 130 Euro, gefragte Jahrgänge höher. Le Clémentin de Pape Clément beginnt bei rund 25 Euro.
Bedeutung innerhalb der Bordeaux-Hierarchie
Pape Clément verbindet außergewöhnliche historische Tiefe – ein päpstliches Gut, eines der ältesten Bordeauxs – mit kompromissloser Qualität unter Bernard Magrez. Als Cru Classé de Graves auf altem Stadtterroir, beraten von Michel Rolland, zählt es zu den großen Namen von Pessac-Léognan.