Château Malescot Saint-Exupéry – modernes Drittes Gewächs aus Margaux
Château Malescot Saint-Exupéry ist ein Troisième Cru Classé der 1855er-Klassifikation und liegt mitten im Dorf Margaux am linken Ufer der Gironde. Auf rund 28 bis 30 Hektar Rebfläche – ergänzt um 6,5 Hektar AOC Bordeaux Supérieur – erzeugt das Gut einen dicht gebauten, modern-margauxtypischen Rotwein. Das Weingut gehört seit 1955 der Familie Zuger, heute geführt von Jean-Luc Zuger und seiner Frau Catherine. Der Grand Vin wird durch den Zweitwein La Dame de Malescot ergänzt; önologischer Berater ist Michel Rolland.
Geschichte und Eigentümer
Die Wurzeln des Guts reichen ins 17. Jahrhundert: 1697 erwarb Simon Malescot, Ratsherr am Bordelaiser Parlament, das Anwesen und gab ihm – wie damals üblich – seinen Namen. 1827 kaufte Graf Jean-Baptiste de Saint-Exupéry, Urgroßvater des Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry, das Gut und fügte seinen Namen hinzu. Nach der Klassierung als Drittes Gewächs 1855 folgten unruhige Jahrzehnte mit zahlreichen Besitzerwechseln, in denen die Rebfläche auf nur sieben Hektar schrumpfte.
Die heutige Ära begann 1955, als Paul und Roger Zuger das Gut erwarben. Innerhalb eines Jahrzehnts brachten sie die Rebfläche auf etwa 80 Prozent ihrer heutigen Größe. 1994 übernahm Jean-Luc Zuger von seinem Vater Roger; gemeinsam mit seiner Frau Catherine führt er das Haus heute in dritter Generation. Die Familie besaß zeitweise auch Château Marquis d’Alesme und bewohnt bis heute dessen Gebäude.
Klassifikation und Status
Malescot Saint-Exupéry ist Troisième Grand Cru Classé der Klassifikation von 1855 – einer im Médoc seit ihrer Aufstellung praktisch unveränderten Rangordnung. Nach Jahrzehnten wechselhafter Qualität hat das Gut sein Niveau in den vergangenen Jahren spürbar gefestigt und zählt heute zu den verlässlich überzeugenden Dritten Gewächsen der Appellation.
Terroir und Rebflächen
Bereits 1853 verzeichnete eine Verkaufsanzeige 111 Parzellen über 25 Hektar in den Gemeinden Margaux, Cantenac, Soussans und Avensan – parzellenweise Differenzierung hat hier also lange Tradition. Die mächtige Kiesschicht der Terrasse 4 ist zwei bis zehn Meter tief und fällt leicht zur Gironde hin ab, was für gute Drainage sorgt. Der Untergrund besteht aus Kalkstein und Ton-Mergel mit eisenhaltigen Einschlüssen.
Rebsorten und Assemblage
Die Rebflächen sind mit 50 % Cabernet Sauvignon, 35 % Merlot, 10 % Cabernet Franc und 5 % Petit Verdot bestockt, gepflanzt mit 10.000 Stöcken je Hektar bei einem Durchschnittsalter von rund 35 Jahren. Die Lese erfolgt eher spät, was dem Wein Reife und Dichte verleiht.
Weinbergsarbeit und Vinifikation
Vinifiziert wird in einer Kombination aus temperaturgesteuerten Beton- und Edelstahltanks. Die malolaktische Gärung findet zumindest teilweise im neuen Barrique statt. Der Ausbau erfolgt in 80 bis 100 Prozent neuer französischer Eiche über 14 bis 16 Monate; abgefüllt wird ohne Filtration. Das Ergebnis ist ein relativ moderner Margaux mit kräftiger, dichter Struktur und kaubaren Tanninen.
Grand Vin und Zweitwein
Der Grand Vin Château Malescot Saint-Exupéry macht rund 70 Prozent der Produktion aus. Der Zweitwein La Dame de Malescot umfasst etwa 30 Prozent. Aus den zusätzlichen 6,5 Hektar AOC Bordeaux Supérieur entsteht der Wein Domaine de Balardin.
Stilistik und Geschmacksprofil
Malescot zählt häufig zu den volleren, dichteren Vertretern eines Jahrgangs in Margaux. Tiefe schwarze Frucht, eine cremige Textur und reife, kaubare Tannine prägen den Wein. In der Jugend kann er verschlossen und straff wirken; nach sechs bis sieben Jahren Flaschenreife entwickelt er ein verführerisches Parfüm und eine seidige Harmonie, die nur wenige Margaux erreichen.
Bedeutende Jahrgänge
Zu den überzeugenden jüngeren Jahrgängen zählen 2009, 2010, 2015, 2016 und 2018, die den modernen, dichten Stil des Hauses auf hohem Niveau zeigen.
Lagerpotenzial
Der Grand Vin ist ein klassischer Lagerwein: Er gewinnt zwischen acht und zwanzig Jahren nach der Ernte deutlich an Komplexität. La Dame de Malescot ist nach fünf bis acht Jahren auf der Höhe.
Marktpreise und Preisentwicklung
Europäische Wine-Searcher-Notierungen für aktuelle Jahrgänge (Endkundenpreise inkl. MwSt., Richtwerte):
- La Dame de Malescot rund 25 bis 40 Euro
- Domaine de Balardin (Bordeaux Supérieur) rund 15 bis 25 Euro
- Château Malescot Saint-Exupéry Grand Vin rund 45 bis 90 Euro für aktuelle Jahrgänge; gefragte Jahrgänge wie 2009, 2010 und 2016 liegen bei rund 90 bis 150 Euro.
Malescot bietet eines der attraktivsten Preis-Leistungs-Verhältnisse unter den klassierten Margaux-Gütern.
Kauforientierung
Wer den Stil des Hauses kennenlernen möchte, beginnt mit einem zugänglichen Jahrgang des Grand Vin oder mit La Dame de Malescot. Für die Cellar lohnen die dichten Spitzenjahrgänge (2009, 2010, 2016), die ein hohes Reifepotenzial mit moderatem Einstiegspreis verbinden.
FAQ
Wem gehört Château Malescot Saint-Exupéry? Das Gut gehört seit 1955 der Familie Zuger. Jean-Luc Zuger übernahm 1994 von seinem Vater Roger und führt das Haus heute gemeinsam mit seiner Frau Catherine als Eigentümer und Directeur Général.
Welche Klassifikationsstufe hat Malescot Saint-Exupéry? Es ist Troisième Cru Classé (Drittes Gewächs) der 1855er-Klassifikation des Médoc.
Wie setzt sich der Wein zusammen? Die Rebflächen sind mit 50 % Cabernet Sauvignon, 35 % Merlot, 10 % Cabernet Franc und 5 % Petit Verdot bestockt.
Wie heißt der Zweitwein? Der Zweitwein ist La Dame de Malescot. Aus zusätzlichen Bordeaux-Supérieur-Flächen entsteht der Wein Domaine de Balardin.
Wie lange lässt sich Malescot lagern? Der Grand Vin gewinnt zwischen acht und zwanzig Jahren nach der Ernte an Komplexität und braucht meist sechs bis sieben Jahre, um sein Parfüm zu entfalten.
Was kostet eine Flasche Malescot Saint-Exupéry? Aktuelle Jahrgänge des Grand Vin liegen im europäischen Markt bei rund 45 bis 90 Euro, gefragte Spitzenjahrgänge höher. Der Zweitwein La Dame de Malescot beginnt bei rund 25 Euro.
Bedeutung innerhalb der Bordeaux-Hierarchie
Malescot Saint-Exupéry verkörpert ein klassiertes Drittes Gewächs, das nach wechselvoller Geschichte zu konstanter Spitzenqualität zurückgefunden hat. Der moderne, dichte Stil und das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis machen das Haus zu einer der lohnendsten Adressen der Appellation Margaux.