May Wines

Verkostnotizen

MasterClass Große Weißweine | Die großen Rebsorten im Vergleich
Vom 16 köpfigen Verkostpanel wurden die folgenden Weine als die Spannendsten des Abends gekürt

Platz 1: 2013 Bâtard Montrachet Grand Cru, Marc Colin
Platz 2: 2008 Le Mesnil Grand Cru Champagner, André Robert
Platz 3: 2015 Grüner Veltliner Kellerberg, F.X. Pichler
Platz 4: 2010 Pape Clément Blanc
Platz 5: 2015 Riesling Kellerberg, F.X. Pichler

Anbei die vollständige Weinliste zum Download:
Verkostreihenfolge Große Weißweine

Champagner-Beginn:
– 2008 Grand Cru Le Mesnil, André Robert MAG | 94 MayPoints
– 2005 Fleur de Passion, Diebold-Vallois | 91 MayPoints

 Flight 1
– 2007 Clos St. Hune Riesling, Domaine Trimbach | 91 MayPoints
– 2007 Achleiten Smaragd Riesling, Weingut Prager | 91 MayPoints

RL | 2007 Clos St. Hune, Domaine Trimbach: Gleich zu Beginn steigt Petrolduft in die Nase. Am Gaumen auch die typische Elsass-Stilistik: Petrol, zurückhaltende Süße, Kühle, mineralisch, eigenwillig mit Feuerstein und reduktiven Noten. Wirkt trotz der sanften Petrol-Noten nicht alt.

RL | 2007 Smaragd Achleiten, Weingut Prager:Intensive Aromen nach süßem Steinobst und Honig. Saftig geht es am Gaumen weiter, kraftvoll und aromatisch. Könnte etwas mehr Struktur und Mineralik zeigen.

 Flight 2
– 2015 Kellerberg Smaragd Grüner Veltliner, F.X. Pichler | 93 MayPoints
– 2015 Honivogl Smaragd Grüner Veltliner, Hirtzberger | 93 MayPoints

GV | 2015 Smaragd Kellerberg, F.X. Pichler: Feine, vielschichtige Grüner-Veltliner-Nase mit Pfirsicharomen, Heu und zarter Würze. Am Gaumen deutliche Süße, Honig, aber auch Heublumen und Würznoten. Kraftvoll und vielschichtig zugleich. Langer, fast cremiger Abgang.

GV | 2015 Smaragd Honivogl, Hirtzberger: Marille, Heu, Pfefferwürze, Wiesenkräuter, intensive Nase. Kraftvoller Körper, pflanzliche Noten, Malz und Kokos, gute Süße-Säure-Balance. Kein Leichtgewicht. Aber trotz kraftvollen Weines gute Struktur. Langer, würzig, fruchtiger Abgang.

Flight 3
– 2015 Kellerberg Smaragd Riesling, F.X. Pichler | 95 MayPoints
– 2015 Abtserde GG Riesling, K.P. Keller | 95 MayPoints
– 2015 Unendlich Smaragd Riesling, F.X. Pichler | 94 MayPoints

RL | 2015 Smaragd Kellerberg, F.X. Pichler: Duftige junge Riesling-Nase. Schönes Weingartenpfirsicharoma. Tolle Länge, pflanzlich – mineralische Noten und Pfirsich am Gaumen. Eleganz und Struktur. Perfekte Süße-Säure-Balance. Lang im Abgang und sanft vibrierend.

RL | 2015 GG Abtserde, K.P. Keller: Gelbgold in der Farbe. Mineralisch mit schönem Weingartenpfirsich. Am Gaumen Zitrus und Salznoten, Kühle, mit einer feinen Cremigkeit und Fruchtaromatik. Lebendige Säure, die dem Wein Leichtigkeit gibt. Langer, harmonischer Abgang. Ja, noch sehr jung, aber durchaus schon antrinkbar.

RL | 2015 Smaragd Unendlich, F.X. Pichler: Goldgelb – der intensivste Gelbton der Drei. Intensiv aromatische Nase, Steinobst, Weingartenpfirsich, Extraktsüße, sanft Kokos und Tee, fast BA – Aromen. Gaumen wie Nase, klar, strukturiert. Hellfruchtig und elegantes Steinobstkonfit. Trotz der intensiven Aromen ist er strukturiert und mineralisch. Langer Abgang. Wir würden ihm noch etwas Zeit geben, wirkt im Moment einfach noch zu jung und ungestüm.

Flight 4
– 2012 Hatari Tokaji Furmint, Attila Homonna | 91 MayPoints
– 2011 Zieregg Sauvignon Blanc, Tement | 94 MayPoints
– 2010 Château Pape Clément Blanc / 51SB 33SEM 13SG 3Musc | 94 MayPoints
– 1999 Grassnitzberg Weißburgunder, Polz | 89 MayPoints

Tokaji Furmint | 2012 Hatari, Attila Homonna: Nein, einfach wollten wir es unseren Mitverkostern nicht machen, und haben auch ein paar Überraschungsweine in die Flights gemischt. Einer davon war dieser Tokaji: Weingartenpfirsich in der Nase, Frische und Kräuter. Am Gaumen elegant, gute Säurestruktur, Quitte-Zitrusnoten und sanfte Honiganklänge. Kam gut an, wurde aber nicht als Furmint erkannt.

SB | 2011 Zieregg, Tement: Strahlendes Gelb. Fein frische Sauvignon-Blanc Nase., Maracuja mit Zitrustouch und Mineralik. Schöne Fruchtsüße, elegant, saftig, sanft cremig, am Gaumen belebend. Mit Kräuternoten im frucht-würzig, langen Abgang.

SB-Cuvée | 2010 Château Pape Clément Blanc: Kraftvolles Orange-Gelb. Ausdrucksstarke Nase nach kandierten Früchten, etwas Kokos, mit ausgewogener Süße. Am Gaumen die gleichen Aromen. Cremige Textur, kraftvoller Körper, gute Süße-Säure-Balance, sanft Akazienhonig und etwas Vanille. Typische Semillon-Noten, Muskat. Jetzt in perfekter Trinkreife.

WB | 1999 Grassnitzberg, Polz: Kräftiges Goldgelb, fast Bernstein. Deutliche Reifenoten, kandierte Früchte, Kokos, Tee. Am Gaumen eine gute Struktur, schmeckt fast frischer als er riecht. Langer, aromatischer Abgang. 20 Jahre !

 Flight 5
– 2013 Chardonnay, Schloß Halbturn | 91 MayPoints
– 2013 Kistler Vineyard, Kistler | 91 MayPoints

CH | 2013 Schloß Halbturn: Goldgelb. Interessante, vielschichtige Nase, sanft malzig, fruchtig mit einer kühlen Note. Vanille und süße Holzaromen, Süße am Gaumen. Im Finish dann wieder kühle Aromen und feine Würze. Schöner Chardonnay-Vertreter aus Österreich.

CH | 2013 Kistler Vineyard, Kistler: In der Nase verschlossen, zurückhaltend. Am Gaumen dicht, cremig, etwas Malz, Fruchtsüße, süßes Holz und Vanille. Geht etwas in die Breite, man merkt die warme Region und auch den hohen Alkoholgehalt (14,1%). Es gibt davon übrigens 21.720 Flaschen.

Flight 6
– 2013 Les Clos Grand Cru Dauvissat | 90 MayPoints
– 2016 Les Preuses Grand Cru Dauvissat | 91 MayPoints 

CH | 2013 Les Clos Grand Cru, Dauvissat: Kandierte Früchte und Akazienhonig im Duft. Gaumen wie Nase, deutlich Honig, Kräuter, gute Länge, etwas rustikal. Kraftvoller, aromatischer Abgang.

CH | 2016 Les Preuses Grand Cru, Dauvissat: Frische, Cremigkeit, Honig und Heu in der Nase. Am Gaumen gute Säure, Zitrusnoten und Cremigkeit, Holznoten. Finish mit Holzeindruck. Im Moment noch zu jung, die Aromen sind noch ungestüm und noch nicht harmonisch eingebunden.

Flight 7
– 2010 Bourgogne, J.-F. Coche-Dury | 90 MayPoints
– 2013 Meursault Village, J.-F. Coche-Dury | 92 MayPoints

CH | 2010 Bourgogne, J.-F. Coche-Dury: Beim Öffnen deutliche Fruchtaromen, weniger Chardonnay-typisch. Erste Reifenoten, Steinobst. Am Gaumen: harmonisch, leicht – mittlerer Körper, Zitrus-Frische und fast Pfirsichnoten. Kühler Abgang. Spannend, ihn dazu zu stellen, den aktuellen Pricetag (270 Euro) aber nicht wert.

CH | 2013 Meursault Village, J.-F. Coche-Dury: Schon beim Reinriechen – Coche Dury – wenn man es weiß. Frische Zitrusnoten, Würze, Mineralik, Eleganz und einfach geil. Am Gaumen ziseliert, gute Säure, sanfte Cremigkeit und wieder Mineralik / Eleganz. Das Finish lang und frisch mit Zitrustouch.

Flight 8
– 2013 Montrachet Grand Cru, Bouchard Père & Fils | 93 MayPoints
– 2010 Bâtard-Montrachet, Grand Cru, Marc Colin | 95 MayPoints
– 2013 Cuvée Cathleen, Kistler | 94 MayPoints

CH | 2013 Montrachet Grand Cru, Bouchard Père & Fils: Goldgelb. Etwas zurückhaltende, frische Burgundernase mit Würze. Am Gaumen fein cremig mit Vanille, etwas Holznoten und Akazienhonig. Im mittleren Abgang Cremigkeit, sanfte Zitrusnoten und Vanille. Mit längerer Belüftung bauen sich die Holzaromen etwas ein und er wird geschmeidiger.

CH | 2013 Bâtard-Montrachet, Marc Colin: Goldgelb. Frische, cremige, fast salzige Nase. Am Gaumen elegant und druckvoll zugleich. Fein, saftige Honignoten. Gute Struktur mit feiner Säure und Mineralikspiel. Im langen, vielschichtigen Finish Zitrus- und sanfte Honignoten.

CH | 2013 Cuvée Cathleen, Kistler: Schon beim ersten Reinriechen springt die Kraft und Aromatik aus dem Glas. Dicht, cremig, süß und aromatisch auch am Gaumen, dabei feiner und vielschichtiger als der Kistler aus Flight 5.

Durfte auch nicht fehlen:
Ein wenig Rotes
– 2006 Reihburg Blaufränkisch, Uwe Schiefer
– 1990 Château Sociando-Mallet

Und als süßer Abschluss
– 1998 Château Suduiraut, Sauternes

 

MasterClass Bordeaux | Die großen Jahre.
Vom 16 köpfigen Verkostpanel wurden die folgenden Weine als die Spannendsten des Abends gekürt:

Platz 1: 1996 Château Margaux
Platz 2: 1982 Château Leoville Las Cases
Platz 3: 1982 Château Grand Puy Lacoste
Platz 4: 1990 Château La Mission Haut Brion
Platz 5: 1986 Château Talbot
Anbei die vollständige Weinliste zum Download:

 

MasterClass Rhône – Cuvée oder lieber reinsortig? Eine Gegenüberstellung von Nord & Süd | 24. April 2019
Vom 16 köpfigen Verkostpanel wurden die folgenden Weine als die Spannendsten des Abends gekürt:

2001 Hommage á Jacques Perrin, Beaucastel – war der eindeutige Sieger. 6x als erster gereiht
1999 Les Grandes Places, Jean Michel Gerin – 3x als erster gereiht
2001 Hermitage, Jean-Louis Chave
2001 Chateau Rayas
2001 Réservée, Domaine de la Vieille Julienne

Flight 1
– 2016 Vernillon Condrieu, Domaine Jamet (C/J-P/L) Viognier | 94 MayPoints
– 2004 CdPape blanc, Saint Préfert 90Clairette 10GREblanc & Bourboulenc | 91 MayPoints
– 2003 De l´Orée Ermitage, M. Chapoutier (Selections Parcellaires) Marsanne | 92 MayPoints

Condrieu von Jamet: Strohgelb. Fruchtig-frische Aromen nach Mandarinen und Steinobst in der Nase. Wundervoll cremige Struktur, zarter Schmelz mit Vanillenoten und Honig. Frische, gute Balance und fein strukturiert. Trotz des durchaus kraftvollen Körpers nicht too much.

Saint Préfert: Ein Weingut in Frauenhand. Winemakerin und Eigentümerin ist Isabel Ferrando. Der 2004er war ihr 2. Jahrgang. Orange Farbe, intensiv aromatische Nase, typisch mittelreifer CdP, Pfirsicheistee. Am Gaumen fast Sherry-ähnlich, rote Früchte, sehr trocken, fast Schieferton. Interessant, vielschichtig. Mittlerer Körper. Etwas Luft tut ihm gut. Die 13 % Alkohol merkt man nicht mehr. Für einen mittelreifen CdP durchaus auf der eleganten Seite.

De L´Orée Ermitage: Demeter-Betrieb. Strahlendes Strohgelb, schmelzig cremige Nase, Akazienhonig, sanft bittrig, etwas kandierte Früchte. Am Gaumen Karamellbonbon, cremige Struktur, wenig Frucht, gute mid-palate-density, vielschichtig, mit kraftvollem Körper und frischer Säure. Der hohe Alkohol (14,5%) ist spürbar, aber am Ende „geht der Wein wieder zusammen“, wird nicht breit und wirkt überhaupt nicht plump. Obwohl schon 15 Jahre reif, hat der Wein viel Potential für weitere Flaschenreife. Wer den Wein im Keller hat muss sich nicht mit dem Austrinken beeilen.

Flight 2
– 2011 Côte-Rôtie, Domaine Jamet Syrah | 96 MayPoints
– 2011 La Combe des Fous, Clos Saint Jean 60GRE 20SY 10Vaccarèse 10 Counoise | 96 MayPoints

Côte-Rôtie, Domaine Jamet: So riecht Côte-Rôtie: klassisch schwarze Olive, dunkle, saftig fleischige Frucht und Würze. Weltklasse-Nase! Gaumen wie Nase verführerisch. Deutlich schwarzer Pfeffer und Olivennoten. Trotz der intensiven Aromen eher kühl, strukturiert und vielschichtig. Langer Abgang. Etwas Dekantierzeit tut dem Wein gut.

La Combe des Fous: Übersetzt: „Das Tal der Narren“ – bezieht sich darauf, was sich Winzerkollegen dachten und sagten, als sie hörten, dass in diesem südlich gelegen Teil der Appellation Wein angebaut werden sollte. Das Ergebnis gibt den Produzenten aber Recht. Warm, weich, Korinthen, Zwetschken und Brombeeren. Ebenso am Gaumen, wunderschön harmonisch, saftige Fruchtaromen mit Nougattouch und sanfter Kräuterwürze. Für einen CdP überraschend wenig staubig. Kraftvoller Körper und im langen Finish sanft röstig.

Flight 3
– 2001 Château Rayas 100 GRE | 92 MayPoints
– 2001 Réserve des deux frères, Pierre Usseglio 100 GRE | 70-95 jährige Rebstöcke | 88 MayPoints
– 2001 Réservé, Domaine de la Vieille Julienne 60GRE 15SY 10Mouv 10C 5C | 75-100+ | 94 MayPoints

Auch die südliche Rhone kann es fast reinsortig. 2x 98-100% Grenache und 1x typisch CdP.

Rayas: Durchscheinendes Kaminrot, typische Rayas-Hellfärbigkeit. Sehr elegant, ganz sanft Korinthen, nicht laut, subtil. Nase setzt sich am Gaumen fort. Pinot-Anmutung (rotbeerig, kirsch-weichselige Frucht), aber auch etwas Kräutertouch, leicht pilzige Aromen und schon erste Eindrücke einer Sekundäraromatik. Das Finish ist geprägt von Struktur, Würze und Weichselfrucht. Schöner und braver Rayas in einem durchschnittlichen Jahr.

Réserve des deux frères: Durchscheinendes Rostrot, leicht orange Färbung. In der Nase dunkler Gummi, Lakritze, erdig, Rumtopf. Am Gaumen wirken die Aromen harmonischer, nicht ganz so dunkel und oxidativ. Für uns dominieren die erdig, lakritzigen Noten. Dieser Wein zeigt eindeutig Terziäraromatik oder ist zu schnell gereift oder zuviel gewollt … Hat uns zum wiederholten Male nicht geschmeckt.

Réservé von Vieille Julienne: Alte Rebstöcke (75-100+). Schöne, sanft gereifte Nase nach Weichseln, Schwarzerde, feinen Kräutern, elegant und kraftvoll zugleich, feine Struktur, sanfte Staubigkeit, fast schon likörige Süße im Finish. Jetzt in seiner perfekten Flaschenreife. So gehört CdP. Domaine de la Vieille Julienne gehört seit vielen Jahren zu unseren Lieblingen in der südlichen Rhone.

Flight 4
– 2001 Château Beaucastel 30GRE 30Mouv 10SY 10C +9 weitere = 13 Rebsorten | 93 MayPoints
– 2001 Hommage á Jacques Perrin, Beaucastel 60Mouv 20GRE 10SY 10C | 97 MayPoints

Für uns war an diesem lauen Frühlingsabend der Beaucastel-Flight der Flight des Abends.

Beaucastel: Mittleres Rot, deutlich heller als Hommage. Schöne CdP Nase, elegant strukturiert, fast ein wenig Olive. Lebendige Säure, Kirschfrucht, feine Würze, Schokonoten, verführerisch. Bekommt im Finish sanfte Karamellnoten, sprich Schmelz. Strukturierter Körper. Perfekt jetzt zu trinken.

Hommage á Jacques Perrin: Dichte Beerenaromen, Schokonoten, ledrig, vielschichtig, großartige Nase! Am Gaumen verführerisch, sanft staubige Anmutung, Kräuternoten mit Minze, reife Beeren, sanft erdig-ledrig, elegante Süße-Säure-Balance, gute mid-palate-density. Langer harmonischer Abgang mit schöner Frucht und Erde-Leder-Aromen. Weltklasse Wein! Bei unserem Verkostpanel der eindeutige Favorit der Rhone-MasterClass.

Flight 5
– 2001 Hermitage, Jean-Lous Chave Syrah | 91 MayPoints
– 2001 Vieilles Vignes, Domaine de Marcoux 98GRE 2C | 90+ Jahre | 87 MayPoints

Hermitage von Chave: Rotbeerig, lebendige Säure, Hagebutte, sanfte Würze, etwas Schwarzerde. Sekundäraromen deutlich, unauffälliger Aromenmix, fast ein Leichtgewicht, wirkt in dieser Flasche sehr Pinot-ähnlich. Im zurückhaltenden Finish dominieren die Säure und das Tannin. Diese Flasche lässt uns ratlos zurück. Es ist enttäuschend für das, was es ist. Dennoch: bei unseren Mitgenießern wurde der Wein unter die Top 5 gereiht.

Vieilles Vignes von Marcoux: Neben dem Usseglio die 2. große Enttäuschung des Abends: Er wirkt in der Nase sofort überreif, rosiniert, mit leicht Gummi/Oxi-Aromen und Lakritze, zuviel gewollt … oder was sonst auch immer schief ging. Jetzt trinken und austrinken.

Flight 6
– 1995 Clos des Papes, Paul Avril 65GRE 20Mouv 10SY 5Vacc+Coun+Muscardin | 93 MayPoints
– 1993 La Mouline Côte Blonde, E. Gugal 89Syrah 11Viognier | 91 MayPoints

Clos des Papes: Durchscheinend Kaminrot. Schöne reife Aromen, sanft ledrig, deutliches Tannin, staubig, schöne Süße, aber zurückhaltende CdP-Stilistik und damit sehr elegant, wie immer bei Clos des Papes. Die Nase gefällt uns etwas besser als der Gaumen. Zwar jetzt gut zu trinken und noch mit einigem Leben vor sich, wir wünschten uns mehr mid-palate-density und Nachhaltigkeit am Gaumen.

La Mouline: Großer Wein in vermeintlich kleinem Jahr. Dies ist nicht unser erster 1993er aus der nördlichen Rhone. Wir hatten schon öfters Hermitage von Chave und die La Las, und sie jedes Mal mit großer Freude genossen. Sie gehören zwar nicht zu den ganz großen Guigals, aber auch der Kapitaleinsatz ist ja ein anderer. Zurückhaltend in der Nase, dunkle Beeren, Pfefferwürze und Kräuternoten sowie Schwarzerde. Mit Luft entwickeln sich auch die typischen Oliventöne und ein leicht pfeffriger Abgang. Dieser Wein hat uns und unseren 14 Mittrinkern sehr gut gefallen und wurde auf Platz 7 gereiht.

Flight 7
– 1999 Les Grandes Places, Jean Michel Gerin Syrah | 96 MayPoints
– 1998 Les Cailloux, Lucien & Andre Brunel 65GRE 20Mouv 12SY… | 70 jährig | 91 MayPoints

Les Grandes Places: Mit großer Freue haben wir gesehen, dass der Bonuswein und unsere Empfehlung an diesem Abend gefallen hat und von der Gruppe zum zweitbesten Wein erkoren wurde. Wir lieben diesen Wein seit knapp einem Jahrzehnt und 1999 Les Grandes Places gehört zu unseren Lieblings-Syrahs. Schon reife Aromen, aber trotzdem noch jugendlich. Immer intensive, dunkle Oliven-Aromen. Eindeutig als Côte-Rôtie erkennbar. Durchscheinendes Kaminrot. Schön gereifte Aromen steigen in die Nase, Weltklasse-Syrah! Schwarze Olive, Kräuter und Hagebutten, saftig, intellektuell und harmonisch. Am Gaumen wie in der Nase. Bis ins Finish authentisch. Jetzt wunderschön zu trinken in seiner mittleren Reife.

Les Cailloux: Durchscheinendes Kaminrot. Hellfruchtige, elegante CdP Stilistik mit Korinthen und sanft rosiniert. Aromen von gereiften Erdbeeren und Kräuternoten mit einer lebendigen Säure am Gaumen. Im Abgang etwas Zitronenminze und spürbare Flaschenreife. Jetzt als elegant, feiner und unspektakulärer CdP zu trinken.

Flight 8
– 2011 Saint-Joseph, Domaine Jean-Louis Chave Syrah | 93 MayPoints
– 2011 Châteauneuf du Pape, Clos Saint Jean 75GRE 15SY 4 Mouv 3 Coun 3Musc&Vaccarèse | 91 MayPoints

Saint-Joseph von Chave: Jean Luis Chave kann es nicht nur in Hermitage, sondern auch in Saint-Joseph. Auch wenn das Etikett ganz anders als das Hermitage-Etikett aussieht, ist dieser Wein auch ein Domaine-Wein. Und so schmeckt er auch. Saftiges Beerenkonfit, Schwarzerde, sanfte Würze, röstige Noten, und selbstverständlich etwas Olive. Der einzige Vorwurf, den wir dem Wein machen können ist seine Jugend. Und da sind wir ja selbst Schuld, ihn jetzt schon zu öffnen. Wunderschöner Syrah.

Clos Saint Jean: Typisch CdP: Rumtopf, intensive Korinthen, expressiv, warm, Kräuter. Wirkt am Gaumen marmeladig und fast zu süß, Kraft pur. Schwarzerdenoten und Kräuter im Abgang, rustikal mit kraftvollem Körper. Wer richtig klassischen CdP möchte, der ist hier richtig. … uns ist die Aromatik zu intensiv …

Süßwein
– 2011 AOC Maury (Roussillon), Domaine des Enfants, Marcel Bühler GRE | 89 MayPoints

Wir halten uns gerne an das 7. Willi B. Gesetz: „Keine Weinprobe ohne Süßwein“. Und bei einem Rhone-Tasting servieren wir natürlich einen Grenache-dominierten südfranzösischen Süßwein. Diesmal aus Roussillon. Dunkles Rot mit lila Randaufhellung, süße Nase mit Beerenkonfit, Schokonoten, Aromen von jungem Vintage-Port. Nett zu trinken, aber auch nicht mehr. Wir sind ja auch bei Portwein Freunde der gereiften Kreszenzen, da es uns jung immer etwas zu süß, zu wuchtig, zu intensiv, zu schön 😉 ist.

Conclusio: Der Norden gibt sich eher säurebetont, tanninreich und würzig, mit dem starken Hang zu Olivenaromen. Der Süden ist eher warm, weich, kräuterwürzig und kraftvoll. Wir lieben den Norden und einige ausgesuchte Weine im Süden. 

Anbei die vollständige Weinliste zum Download:
MasterClass Rhone

 

MasterClass Clos de Vougeot – ein Grand Cru | 3. April 2019
Vom 15 köpfigen Verkostpanel wurden die folgenden Weine als die Spannendsten des Abends gekürt:

2010 Clos de Vougeot, Domaine Lamarche
2010 Clos de Vougeot, Denis Mortet
2009 Clos de Vougeot Près Le Cellier, Méo-Camuzet
2009 Clos Vougeot, Bouchard
2006 Clos de Vougeot, Nicolas Potel ex aequo mit 2010 Échezeaux, Jean Grivot (=Pirat)

Gleich nach dem „come together“ mit Bollingers Cuvée Special ging es los:

Flight 1
– 2010 Clos de la Mouchere 1er Cru, Monopole, H. Boillot | 91 MayPoints
Wunderschöner, klassisch weißer Burgunder, feine Zitrusnoten, Holzeinsatz zurückhalten. Schöne Länge am Gaumen.

Flight 2
– 2007 Clos de Vougeot, J. Confuron-Cotétidot | 91 MayPoints
– 2010 Clos de Vougeot, Lucien Le Moine | 93 MayPoints
– 2010 Clos de Vougeot, Denis Mortet | 94 MayPoints
Die Weine der Domaine Confuron-Cotétidot haben immer etwas Biss und Struktur (Durchschnittsalter seiner Rebstöcke 75 Jahre), sind keine Weichspüler-Weine, da hier noch nie entrappt wurde und die Technik der Ganztraubenvergärung verwendet wird – ähnlich wie bei der Domaine Leroy. Der Wein hat duftige Hagebutte und Erdbeerfrucht-Aromen, elegante Säure und einen strukturierten Körper. Im Abgang zeigen sich sanft pilzige Noten. Jetzt schön zu trinken, aber nicht groß. Daneben stand der moderne, nach Himbeer und Eichenholz duftende CdV von Lucien Le Moine. Harmonisch, durch den kühleren Jahrgang fast elegant. Allein das Gewicht der leeren Flasche zeigt den Anspruch des Winzers, ist uns aber zu viel. Beim Wein ist ihm die Balance – klassischer Burgunder und Modernität – besser gelungen. Dann: Denis Mortets Interpretation des Clos de Vougeots: elegant, mit saftiger Beerenfrucht, leicht ledrig, harmonisch, strukturiert und mit langem Abgang und sanften Karamellnoten. Lag ganz vorne bei allen Teilnehmern.

Flight 3
– 2002 Clos-Vougeot Le Grand Maupertui, Anne Gros | 92 MayPoints
– 2010 Clos-Vougeot Le Grand Maupertui, Anne Gros | 93 MayPoints
Burgund – einmal gereift, einmal jung. Anne Gros besitzt ein schönes Filetstück vom Grand Maupertui, im oberen Teil der Grand Cru-Lage. Eleganz, wie immer. Ein deutlich gereifter Burgunder, der 2002er: dunkle Erdbeerfrucht, feine Pfefferwürze und erdige Noten. Und 2010: Nasenorgie! Kirschfrucht, Schoko, saftig, würzig. Am Gaumen dann die Gros´sche Eleganz und Würze. Manchen Verkostteilnehmern waren sie zu leichtfüßig. Deshalb haben es die Weine von Anne Gros nicht in die Top 5 geschafft.

Flight 4
– 2010 Échezeaux, Jean Grivot | 92 MayPoints
– 2010 Clos de Vougeot, Jean Grivot | 92 MayPoints
Der Pirat aus Échezeaux von Jean Grivot hat so gut gefallen, dass er zu einem der spannendsten Weine des Abends gekürt wurde. Kein Wunder: die satten, fruchtigen Aromen mit Tiefgang zogen sich bis zum langen Abgang weiter. Der Clos de Vougeot war nicht ganz so verführerisch saftig und zeigte die für die Lage typische eher würzig, rustikale Struktur. Schöner, strukturierter Abgang.

Flight 5
– 2006 Clos de Vougeot, Nicolas Potel | 91 MayPoints
– 2006 Clos de Vougeot, Méo-Camuzet | 93 MayPoints
Der Clos de Vougeot von Nicolas Potel hat eindeutig die Luft benötigt. War er beim Öffnen noch verschlossen und säurebetont am Gaumen, legte er nach dem Dekantieren zu. Verhaltener Mon-Cherie Duft in der Nase, rund, weich, aber auch mit merkbaren Röstnoten. Ein Burgunder eher auf der schlanken Seite. Direkt unterhalb des Schlosses wachsen die Trauben für den Clos de Vougeot von Méo-Camuzet. Feine Süße, runde, saftige Aromen nach Mon-Cherie, mit sanfter Würze – und für einen Vougeot – mit kraftvoller Struktur. Schön, wie immer!

 Flight 6
– 1981 Bourgogne 150 Anniversaire, Jaboulet-Vercherre
– 1993 Clos-Vougeot, Paul Reitz, Chevaliers du Tastevin
Leider waren die beiden reifen Burgunder verhalten. Der 1981er hat uns gut geschmeckt, aber ist schon etwas austrocknend am Gaumen und aromatisch zurückhaltend. Die größere Enttäuschung war der 1993 Vougeot. Diese Flasche hat nicht gepasst und zeigte oxidative Tendenzen, was für Weine aus dem Jahrgang 93 zu früh ist. Wir lieben diesen oftmals unterschätzten Jahrgang in der Burgund sehr.

Flight 7
– 2008 Clos de Vougeot, Domaine Lamarche | 89 MayPoints
– 2010 Clos de Vougeot, Domaine Lamarche | 93 MayPoints
Eine Domaine, zwei Jahrgänge. 2008 hat uns nicht so gut gefallen, blieb auch nach dem Dekantieren verschlossen und streng. Ja, schon Himbeernoten und Würze, aber einfach mit zu wenig Nachhaltigkeit am Gaumen. Aber vielleicht kommt das noch. Derzeit zeigt der Wein die für den Jahrgang 2008 typische Zurückhaltung. Dafür hat der 2010er das Verkostpanel so begeistert, dass er zum Besten Wein des Abends gekürt wurde: Feine Burgundernase mit schönen Himbeernoten, Graphite, Würze und sanft Nougat. Harmonisch, elegant und vibrierend.

 Flight 8
– 2009 Clos-Vougeot, Jean-Jacques Confuron | 92 MayPoints
– 2009 Clos de Vougeot Prés Le Cellier, Méo Camuzet | 94 MayPoints
– 2009 Clos Vougeot, Bouchard | 94 MayPoints
2009, ein Jahrgang für den hedonistischen Genuss. Und so zeigten sich auch die Weine: Alle drei mit verführerisch saftigen Fruchtaromen und erster Sekundäraromatik. Confuron: weich, rund, fruchtig, sanft röstig, mit süßem Holz. Kraftvoll und strukturiert zugleich. Méo-Camuzet: verführerisch saftig, wunderbar feine Würze und perfekt gereift. Ein Parade-Burgunder. Bouchard: Erdbeer, Würze, sanft Karamell, weich, rund. Elegant und verführerisch zugleich. O-Ton Andrea: „ein Wein für einen ganzen Abend“

Conclusio: Clos de Vougeot – unsere Erwartungshaltung, dass die Weine weiter oben am Hang, in der Nähe des Châteaus, mehr Struktur und Finesse haben, als jene Weine, die von den Rebstöcken weiter unten, näher zur Bundesstraße kommen, hat sich in keinster Weise bestätigt. Wir hatten wunderschöne Weine in der „Sutten“, wie von Denis Mortet, Lamarche, Bouchard. Und nicht alles, was von „oben“ kam, war überlegen.

Anbei die vollständige Weinliste zum Download:
MasterClass Clos de Vougeot

 

MasterClass 1999 | Eine Jahrgangsbetrachtung rund um die Welt | 20. März 2019
Vom 15 köpfigen Verkostpanel wurden die folgenden Weine als die Spannendsten des Abends gekürt:

1999 Château Mouton-Rothschild
1999 Grüner Veltliner Kellerberg, FXPichler
1999 Fonsalette Syrah
1999 Comondor, Anita & Hans Nittnaus
1999 Sassicaia
1999 Grange & Montebello Ridge

Begonnen haben wir mit 2 spannenden Champagnern:

– 1999 Brut Blanc de Blancs, Billecart-Salmon CH | 92 MayPoints
– 1999 Dom Pérignon 52PN | 48CH | 92 MayPoints
Der Blanc de Blanc von Billecart-Salmon, so wie man sich klassisch Chardonnay erwartet, etwas straff, präzise, noch sehr frisch. Ein bisschen weiter in der Entwicklung, auch rustikaler, der 1999 Dom Pérignon, der auch etwas mehr Pinot Noir in der Cuvetierung aufweist.

Flight 1
– 1999 Kellerberg Smaragd, F.X. Pichler GV | 94 MayPoints
– 1999 Clos de l´Arlot 1er Cru Monopole, Domaine de l´Arlot CH | 88 MayPoints
– 1999 Starmont Chardonnay Merryvale CH | 88 MayPoints
Weltklasse, der grüne Veltliner Kellerberg von F.X. Pichler, der hat wirklich Spaß gemacht, schon beim Aufmachen. Schöne Heu-Noten, Schmelz am Gaumen und harmonisches Finish. Die beiden Chardonnays, einmal Burgund, einmal Kalifornien haben uns enttäuscht. Burgund sehr zurückhaltend, eher rustikal und unharmonisch. Kalifornien schon sehr weit, kraftvoll und süßlich – hat die beste Zeit schon hinter sich.

Flight 2
– 1999 Clos de Vougeot Grand Cru, Alain Hudelot-Noellat PN | 88 MayPoints
– 1999 Les Vaucrains 1er Cru, Robert Chevillon PN | 91 MayPoints
Obwohl wir 1999 in der Burgund sehr mögen, zur Zeit, und das haben wir schon bei mehreren Proben in den letzten Monaten erlebt, wirken die 1999er eher verschlossen, bzw. entwickeln rustikale Noten. So auch in diesem Flight. Sollte eigentlich schön sein, war aber nur okay und eher enttäuschend.

Flight 3
– 1999 Comondor, A. & H. Nittnaus 60ML Ungerberg | 40CS Altenberg | 93 MayPoints
– 1999 Château Haut-Brion 45CS | 37ML | 18CF | 92 MayPoints
Großartig hingegen, der nächste Flight. Ein wunderschöner Comondor, der auch bei vielen Mitverkostern zu einem der Highlights des Abends zählte. Er stand neben einem Haut-Brion, der im Moment sehr viel Luft braucht.
Comondor: feine Kirsch-Schoko-Noten mit Korinthen, sanft grüner Paprika und feine Würze. War gleich zu Beginn mürbe und elegant. Deshalb nur dekantiert und gleich rückdekantiert. Haut-Brion: feines Cassis, rauchig, saftig im Duft. Am Gaumen deutlich verschlossener, mit kräftigem Tanningerüst. Mit Luft wurden die Tannine etwas weicher, aber das ist noch ein Versprechen an die Zukunft und im Moment eigentlich zu früh zum Trinken.

Flight 4
– 1999 Cuvée Prestige, Montus | Tannat | 90 MayPoints
– 1999 Mazzano Amarone Classico Old Vintage Release, Masi | 88 MayPoints
Wir sind keine so großen Amarone-Fans und auch der Mazzano 1999 hat uns nicht wirklich überzeugt. Es ist immer ein bisschen Port-light für uns, als Rotwein im Glas ist uns das zu viel. Montus aus der Rebsorte Tannat hingegen mögen wir immer gern. Er ist kein Faserschmeichler, aber die dunklen Frucht-Schoko-Aromen, gepaart mit dem präsenten Gerbstoff, sind eine interessante Kombination.

Flight 5
– 1999 Rioja Reserva, Remirez de Ganuza 90TEMP | 10Graciano | 91 MayPoints
– 1999 Costa Russi Langhe, A. Gaja 95NEB | 5Barbera | 93 MayPoints
Spanien und Italien – die beiden Südländer – Eleganz versus Kraft: Remirez de Ganuza hat sich schon mit wenig Luft geöffnet und seine rotbeerige, weiche, Struktur gezeigt. Elegant und fein. Costa Russi von Angelo Gaia hingegen brauchte sehr viel Luft. Doch dann hat er gezeigt, was Piemont und die Nebbiolo-Traube so kann. Mon-Cherie, Schwarzerde, röstige Noten, ordentliches Tanningerüst. Kraft pur. Natürlich: immer noch viel zu jung.

Flight 6
– 1999 Sassicaia 85CS | 15CF | 93 MayPoints
– 1999 Salzberg, G. & H. Heinrich ML | CS | SY | 91 MayPoints
Dieser Flight war eine besondere Herausforderung für die Verkostteilnehmer: Bordeaux oder doch nicht Bordeaux?
Salzberg 1999 war schon ein wenig weit in der Entwicklung. Dunkelfruchtig, würzig, kräftig, aber auch leicht gemüsig und sanft pilzig. Sassicaia hingegen: seductive, saftig, fleischig, Weichselfrucht und sanfte Karamellnoten. Ein echter Gaumenschmeichler. Mürbe Tannine und zu Beginn schon so offen, dass wir die Flasche nur dekantiert und rückdekantiert hatten. Und gut war es.

Flight 7
– 1999 Château Mouton-Rothschild 77CS | 11ML | 10CF | 95 MayPoints
– 1999 Montebello, Ridge 72CS | 25ML | 2CF | 1PV | 92 MayPoints
Für sehr viele war der Wein des Abends der Mouton Rothschild. Schon beim Öffnen, noch vor dem Dekantieren, einfach eine Freude im Glas. Spontaner Gefühlsausbruch von Berndt: „Weltklasseduft“. Weiche, runde Aromen, feines Tannin, saftiges Cassis, elegante Würze, wundervolle Waldbodennoten, harmonisch mit sanftem Karamellton im Finish. Und so gar nicht minzig. Die Minzenoten hatten wir dafür bei Ridge Montebello umso mehr. Dazu: saftiges Beerenkonfit, Schoko, warm, weich und harmonisch. Hier war aber klar: Links ist Bordeaux im Glas und rechts, das kann nur Cabernet Sauvignon aus Kalifornien sein.

Flight 8
– 1999 Cornas, A. Clape SY | 91 MayPoints
– 1999 Clos des Papes GRE | MOUV | SY | COUN 91 MayPoints

Flight 9
– 1999 Fonsalette Syrah (Château Rayas) SY | 94 MayPoints
– 1999 Grange, Penfolds SHIRAZ | 92 MayPoints
Wir sind 1999 auch große Fans von der Rhone, vor allem der nördlichen Rhone. Aber auch der Clos de Papes aus der südlichen Rhone, natürlich ein bisschen hellfärbiger und ein wenig weicher, hat uns sehr gut gefallen – auf der eleganten Seite, sanft wild mit schöner Hagebutte und Kräuterwürze. Der Cornas von Clape war recht eigenwillig – fleischig, saftig, Aromen von Korinthen und Kräutern, mit einem deutlichen Tanningerüst und natürlich: schwarze Olive. Aber wirklich Weltklasse: Château de Fonsalette Syrah vom Weingut Rayas. Jetzt wunderschön, schwarze Oliven mit fleischig, saftiger Erdbeerfrucht, fast schon Konfit. Trotz der expressiven Aromen von eleganter Struktur und mit perfekt integriertem Tanningerüst. Unbedingt dekantieren!
Zum Abschluss der Rotweine servierten wir Australien: Grange von Penfolds – what else?
Unverkennbar australisch mit seinen Eukalyptusnoten. Dazu: intensive Kirsche, Nougatschmelz, spürbarer Gerbstoff, kraftvoll und eindeutig noch viel zu jung.

Flight 10
– 1999 Riesling Spätlese, Robert Weil RL | 90 MayPoints
– 1999 Château Rieussec 90-95SEM | 5-10 Muscadelle & SB | 92 MayPoints
– 1999 Colheita, Niepoort Cuvée Touriga Nacional | Touriga Franca | Tinto Cao | 89 MayPoints
Der süße Abschluss: zuerst eine Spätlese von Robert Weil. Trotz der leichten Reife zeigte sie keinerlei Petrol-Noten und war von zurückhaltender Süße und wohltuender Frische. Beendet haben wir unsere Weltreise mit 1999 Rieussec – salzig, karamellig, Schuhpasta und: einer feinen Colheita von Niepoort.

Conclusio: 1999 – 20 Jahre danach – das Warten auf die Flaschenreife hat sich gelohnt 🙂

Anbei die vollständige Weinliste zum Download:
MasterClass 1999

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