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Gevrey-Chambertin

Gevrey-Chambertin

Neun Grands Crus, 26 Premiers Crus, ein unverwechselbarer Charakter zwischen Kraft und Mineralität: Gevrey-Chambertin ist die nördlichste Appellation der Côte de Nuits. Entdecken Sie in unserer Auswahl an Weinen von renommierten Domaines – vom zugänglichen Village-Wein bis zum lagerfähigen Grand Cru.

Gevrey-Chambertin 

Weingüter

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0 € 6.000 €
1985 2024
1985 Chambertin Grand Cru Cuvée Héritiers Latour - Domaine Louis Latour
Frankreich → Burgund Pinot Noir

1985
Chambertin Grand Cru Cuvée Héritiers Latour - Domaine Louis Latour

 500,00 Literpreis: 666,67 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
1989 Chambertin Clos de Bèze Grand Cru - Domaine Armand Rousseau
99 Jasper Morris
Frankreich → Burgund Pinot Noir

1989
Chambertin Clos de Bèze Grand Cru - Domaine Armand Rousseau

 2 800,00 Literpreis: 3.733,33 €
differenzbesteuert
5 vorrätig
1989 Clos de la Roche Grand Cru - Domaine Armand Rousseau
Frankreich → Burgund Pinot Noir

1989
Clos de la Roche Grand Cru - Domaine Armand Rousseau

 1 300,00 Literpreis: 1.733,33 €
differenzbesteuert
3 vorrätig
1990 Cuvée Heritiers Latour Grand Cru - Domaine Louis Latour
Frankreich → Burgund Pinot Noir

1990
Cuvée Heritiers Latour Grand Cru - Domaine Louis Latour

 210,00 Literpreis: 280,00 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
1993 Gevrey-Chambertin Clos St. Jacques Premier Cru - Domaine Armand Rousseau
92 Wine Spectator
Frankreich → Burgund Pinot Noir

1993
Gevrey-Chambertin Clos St. Jacques Premier Cru - Domaine Armand Rousseau

 2 200,00 Literpreis: 2.933,33 €
differenzbesteuert
3 vorrätig
1995 Charmes-Chambertin Grand Cru - Gerard Quivy
Frankreich → Burgund Pinot Noir

1995
Charmes-Chambertin Grand Cru - Gerard Quivy

 180,00 Literpreis: 240,00 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
1996 Gevrey Chambertin AC - Domaine Claude Dugat
Frankreich → Burgund Pinot Noir

1996
Gevrey Chambertin AC - Domaine Claude Dugat

 220,00 Literpreis: 293,33 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
1997 Chambertin Grand Cru - Domaine Armand Rousseau
91-
93
Parker
Frankreich → Burgund Pinot Noir

1997
Chambertin Grand Cru - Domaine Armand Rousseau

 2 470,00 Literpreis: 3.293,33 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
1997 Gevrey-Chambertin AC - Domaine Denis Mortet
88 Parker
Frankreich → Burgund Pinot Noir

1997
Gevrey-Chambertin AC - Domaine Denis Mortet

 350,00 Literpreis: 466,67 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
1997 Gevrey-Chambertin Clos St. Jacques Premier Cru - Domaine Armand Rousseau
Frankreich → Burgund Pinot Noir

1997
Gevrey-Chambertin Clos St. Jacques Premier Cru - Domaine Armand Rousseau

 1 350,00 Literpreis: 1.800,00 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2004 Chambertin Clos de Bèze Grand Cru - Domaine Armand Rousseau
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2004
Chambertin Clos de Bèze Grand Cru - Domaine Armand Rousseau

 1 600,00 Literpreis: 2.133,33 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2005 Chambertin Grand Cru - Domaine Armand Rousseau
98 Parker
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2005
Chambertin Grand Cru - Domaine Armand Rousseau

 4 100,00 Literpreis: 5.466,67 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2006 Chambertin Grand Cru - Domaine Denis Mortet
95 Wine Spectator 93 May Points
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2006
Chambertin Grand Cru - Domaine Denis Mortet

 1 350,00 Literpreis: 1.800,00 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2006 Chambertin Grand Cru - Domaine Trapet Père & Fils
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2006
Chambertin Grand Cru - Domaine Trapet Père & Fils

 420,00 Literpreis: 560,00 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2007 Chambertin Clos de Bèze Grand Cru - Domaine Armand Rousseau
96 Parker 95 Wine Spectator
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2007
Chambertin Clos de Bèze Grand Cru - Domaine Armand Rousseau

 2 300,00 Literpreis: 3.066,67 €
differenzbesteuert
2 vorrätig
2008 Chambertin Grand Cru - Domaine Dugat-Py
(97-
98)
David Schildknecht
94-
96
Neal Martin
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2008
Chambertin Grand Cru - Domaine Dugat-Py

 2 060,00 Literpreis: 2.746,67 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2008 Mazis-Chambertin Grand Cru - Domaine Confuron-Cotetidot
91 May Points
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2008
Mazis-Chambertin Grand Cru - Domaine Confuron-Cotetidot

 310,00 Literpreis: 413,33 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2008 Mazoyéres-Chambertin Grand Cru - Domaine Dugat-Py
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2008
Mazoyéres-Chambertin Grand Cru - Domaine Dugat-Py

 470,00 Literpreis: 626,67 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2009 Chambertin Grand Cru - Domaine Dugat-Py
(95-
97)
Neal Martin
(92-
95)
Antonio Galloni
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2009
Chambertin Grand Cru - Domaine Dugat-Py

 2 690,00 Literpreis: 3.586,67 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2009 Gevrey-Chambertin AC - Domaine Armand Rousseau
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2009
Gevrey-Chambertin AC - Domaine Armand Rousseau

 430,00 Literpreis: 573,33 €
differenzbesteuert
2 vorrätig
2009 Mazis-Chambertin V. V. Grand Cru - Domaine Dugat-Py
93 May Points
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2009
Mazis-Chambertin V. V. Grand Cru - Domaine Dugat-Py

 930,00 Literpreis: 1.240,00 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2010 Chambertin Clos de Bèze V. V. Grand Cru - Domaine Perrot-Minot
96 Wine Spectator
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2010
Chambertin Clos de Bèze V. V. Grand Cru - Domaine Perrot-Minot

 900,00 Literpreis: 1.200,00 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2010 Mazis-Chambertin V. V. Grand Cru - Domaine Dugat-Py
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2010
Mazis-Chambertin V. V. Grand Cru - Domaine Dugat-Py

 870,00 Literpreis: 1.160,00 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2011 Chambertin Clos de Bèze Grand Cru - Olivier Bernstein
Frankreich → Burgund Pinot Noir

2011
Chambertin Clos de Bèze Grand Cru - Olivier Bernstein

 560,00 Literpreis: 746,67 €
differenzbesteuert
5 vorrätig

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Gelagert im
klimatisierten Keller

Gevrey-Chambertin

Gevrey-Chambertin ist eine kommunale Appellation der Côte de Nuits und mit rund 409 Hektar die größte Ortsappellation der Côte d’Or. Sie liegt etwa zwölf bis fünfzehn Kilometer südlich von Dijon am nördlichen Ende der Côte de Nuits, im Norden an Brochon und im Süden an Morey-Saint-Denis grenzend. Die Appellation ist ausschließlich für Rotwein aus Pinot Noir zugelassen und besitzt mit neun Grands Crus und 26 Premiers Crus mehr klassifizierte Lagen als jede andere Gemeinde Burgunds. Charakteristisch ist die Kombination aus einer hohen Dichte klassifizierter Lagen und einem Terroir, das Weine zwischen Kraft und Mineralität hervorbringt.

Die Geschichte des Weinbaus hier reicht tief. Archäologische Befunde aus der Römerzeit belegen, dass der Hang der Côte d’Or bereits im ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung bestockt war. Die erste urkundlich gesicherte Erwähnung des Clos de Bèze als Klostergut datiert auf das Jahr 640, als Amalgaire, Herzog von Burgund, die Mönche der Abtei Bèze mit Rebländereien ausstattete. Im hohen Mittelalter übernahmen die Kanoniker von Langres die Obhut über diese Lagen, gefolgt von den Zisterziensern, die entscheidend zur Entwicklung burgundischer Weinkultur beigetragen haben.

Den Namen, der die Identität des Ortes bis heute bestimmt, verdankt Gevrey einem Dekret von König Louis-Philippe aus dem Jahr 1847: Als erste Gemeinde Burgunds überhaupt erhielt Gevrey das Recht, den Namen seines berühmtesten Grand Crus – Chambertin – offiziell in die Ortsbezeichnung zu integrieren. Chambolle-Musigny, Morey-Saint-Denis und Vosne-Romanée folgten diesem Beispiel.

Appellation im Überblick: Fläche und Klassifikation

Die AOC Gevrey-Chambertin umfasst rund 409 Hektar Rebfläche – die größte Ortsappellation der gesamten Côte d’Or. Davon entfallen knapp 80 Hektar auf 26 klassifizierte Premier-Cru-Klimata. Die neun Grands Crus der Gemeinde liegen außerhalb dieser Flächenbilanz, da sie eigene Appellationen besitzen; ihr Areal beläuft sich zusammengenommen auf rund 87 Hektar.

Gevrey-Chambertin besitzt mehr Grands Crus als jede andere Gemeinde Burgunds. Neben den neun Grand-Cru-Klimata umfasst die Appellation:

  • 26 klassifizierte Premiers Crus in zwei geografisch getrennten Zonen
  • Rebsorte: ausschließlich Pinot Noir (für Rotwein)
  • Höhenlage: zwischen 240 und 380 Metern über NN
  • Exposition: überwiegend Ost bis Südost
  • Erzeugerkommune: Gevrey-Chambertin und Brochon

Die Klassifikationshierarchie folgt dem für die Côte d’Or typischen Muster: Village-Lagen in der Ebene und am Unterhang, Premiers Crus an den Mittel- bis Oberhängen nordwestlich des Dorfes, Grands Crus auf dem optimal exponierten Kalksteinband unmittelbar südlich des Ortszentrums.

Die Weinberge der Appellation gehören seit 2015 zum UNESCO-Welterbe der Klimata Burgunds (Les Climats du vignoble de Bourgogne).

Die neun Grands Crus

Alle neun Grands Crus der Gemeinde liegen in einem zusammenhängenden Block südlich des Dorfes, flankiert durch die Route des Grands Crus. Chambertin und Chambertin-Clos de Bèze bilden den Kern; die sieben übrigen Lagen tragen das Suffix „Chambertin“ als Ausdruck ihrer historischen Verwandtschaft mit dem berühmtesten der neun.

Chambertin (13,62 ha) gilt seit Jahrhunderten als archetypischer Maßstab burgundischen Rotweins. Tiefe, strukturierte Kraft, aristokratisches Tannin und eine Länge, die Jahrzehnte überdauert – diese Qualitäten haben den Chambertin seit dem 18. Jahrhundert zu einem der begehrtesten Weine Europas gemacht. Napoleon Bonaparte soll Chambertin nach einer gut dokumentierten Überlieferung seines Kammerdieners Louis-Constant Wairy täglich, wenn auch in maßvollen Mengen, konsumiert haben. Der Wein auf seinen Feldzügen war demnach kein Mythos, sondern biographisch belegbar.

Chambertin-Clos de Bèze (14,67 ha) darf per Regelung auch als Chambertin etikettiert werden – der umgekehrte Weg ist nicht zulässig. Viele Kenner sehen Clos de Bèze als gleichrangig mit Chambertin selbst, stilistisch häufig etwas feiner und aromatisch offener in der Jugend. Die Lage liegt nördlich von Chambertin und ist historisch sogar die ältere der beiden.

Charmes-Chambertin (inkl. Mazoyères: 30,83 ha) ist mit Abstand der flächenmäßig größte Grand Cru der Gemeinde – mehr als doppelt so groß wie alle anderen. Das Klimat setzt sich aus den zwei Lieux-dits Aux Charmes (12,25 ha) und Mazoyères (18,58 ha) zusammen. Letzteres darf auch als Mazoyères-Chambertin etikettiert werden, was in der Praxis selten geschieht. Charmes-Chambertin gilt als der zugänglichste Grand Cru Gevrey-Chambertins und wird von rund vierzig Eigentümern bearbeitet.

Mazis-Chambertin (ca. 8,3 ha) liegt an der nördlichen Flanke des Grand-Cru-Bandes, unterteilt in die tiefergelegenen, kraftvolleren Mazis-Bas und die schlankeren, mineralischeren Mazis-Hauts. Beide erzeugen strukturierte, tanninreiche Weine mit ausgeprägte Lagerfähigkeit.

Ruchottes-Chambertin (3,25 ha) gehört mit Griotte-Chambertin zu den kleinsten Grands Crus der Gemeinde. Die sehr flachen, steinigen Böden auf höherer Lage verleihen den Weinen eine kühle, präzise Mineralität, die sich deutlich von der Fülle der tiefergelegenen Lagen unterscheidet.

Chapelle-Chambertin (5,48 ha) liegt unmittelbar südlich von Clos de Bèze. Die Böden sind flacher und steiniger als im Chambertin selbst; der Stil ist überwiegend filigraner, mit ausgeprägter Fruchtreinheit.

Griotte-Chambertin (ca. 2,65 ha in Produktion) ist der kleinste Grand Cru in der Ertragsmenge. Der Name verweist nach einer verbreiteten Deutung auf Griottes – kleine Sauerkirschen –, was dem Weinstil durchaus entspricht: aromatisch präzise, mit lebhafter Frucht und feinem Tannin. Dieser Grand Cru ist aufgrund seiner sehr begrenzten Verfügbarkeit stark nachgefragt.

Latricières-Chambertin (7,31 ha) grenzt südlich an Chambertin und steigt bis an den Waldrand hinauf. Auf flacheren, steinigeren Böden entstehen Weine, die häufig eine straffere Mineralität zeigen und mit den Jahren eine charakteristisch herzhaft-würzige Komplexität entwickeln.

Zusammen bilden die neun Grands Crus ein stilistisches Spektrum, das kaum eine andere Appellation der Côte de Nuits in vergleichbarer Dichte aufweist: von der opulenten Tiefe Chambertins über die präzise Frucht der Griotte bis zur kühlen Mineralität des Ruchottes. Kein anderer Weinort der Côte d’Or demonstriert die terroirbedingte Bandbreite innerhalb eines wenige Hundert Meter breiten Weinbergsstreifens eindrücklicher.

Wichtige Besonderheit: Vollständige Monopollagen im Sinne eines alleinigen Eigentümers – wie etwa Romanée-Conti in Vosne-Romanée oder Clos de Tart in Morey-Saint-Denis – existieren unter den Grands Crus von Gevrey-Chambertin nicht. Alle neun Klimata befinden sich in geteiltem Besitz, wenngleich einzelne Domaines in bestimmten Lagen sehr bedeutende Anteile halten.

Terroir: Geologie, Böden und Exposition

Das geologische Rückgrat der Appellation ist das für die Côte d’Or typische Jurakalkstein-Profil: Überlagernde Sequenzen aus Bajocium- und Bathonium-Kalkstein, durchzogen von Mergelschichten und bedeckt von lehmig-kalkigem Oberboden mit wechselndem Tonanteil und hohem Steinbesatz.

Die Böden der Grands Crus liegen auf flachgründigem, stark kalkhaltigem Untergrund mit hervorragender Drainage. Ihr rötlicher Ton signalisiert den für die nördliche Côte de Nuits charakteristischen Eisengehalt, der dem Wein Struktur und Farbtiefe verleiht. Die Premiers Crus im Combalot der Combe de Lavaux profitieren von einer komplexen Überlagerung aus Kalkgeröll, rotem Lehm und Hangschutt des oberen Plateaus.

Tiefer liegende Village-Lagen enthalten mehr Ton und Mergel; sie liefern vollere, fruchtbetontere Weine mit weicherem Tannin und früherer Trinkreife, erreichen aber nicht die Konzentration und Mineralität der Mittel- und Oberhanglagen. Die Hangneigung ist im Bereich der Grands Crus moderat – rund sechs Prozent –, bei den höhergelegenen Premiers Crus teils steiler. Die Ost- bis Südostexposition sorgt für optimale Sonneneinstrahlung am Morgen und Hitzeschutz am Nachmittag, was zur Erhaltung der für Gevrey charakteristischen frischen Säure beiträgt.

Das Klima ist gemäßigt kontinental mit atlantischen Einflüssen: warme, relativ trockene Sommer, kühle Herbstnächte und ausreichend Niederschlag – Bedingungen, unter denen Pinot Noir sein maximales Aromen- und Strukturpotenzial entfalten kann.

Die Premiers Crus: 26 klassifizierte Klimata

Die Premiers Crus von Gevrey-Chambertin verteilen sich auf zwei geografisch klar getrennte Zonen: die nordwestlich des Dorfes gelegenen Hanglagen um die Combe de Lavaux und die südliche Gruppe in der Umgebung der Grand-Cru-Zone.

Die nördlichen Premiers Crus um die Combe de Lavaux gelten als die qualitativ bedeutendsten der gesamten Côte de Nuits. Allen voran Clos Saint-Jacques (ca. 6,7 ha): Diese Lage, aufgeteilt unter nur wenigen Eigentümern – darunter Domaine Armand Rousseau, Domaine Fourrier, Domaine Bruno Clair und Domaine Michel Esmonin –, erzielt bei Auktionen und im Primärmarkt regelmäßig Preise oberhalb zahlreicher Grands Crus. Die Gründe sind strukturell: steile, gut drainierte Böden auf Kalkstein, optimale Südostexposition und eine außergewöhnlich homogene Parzelle.

Lavaux Saint-JacquesLes CazetiersChampeaux und Combe au Moine ergänzen dieses nordwestliche Premier-Cru-Ensemble. Cazetiers gilt neben Clos Saint-Jacques als qualitative Referenz für die gesamte Appellation: kraftvoll, aristokratisch strukturiert, mit den Jahren von einer tiefgründigen pflanzlichen und mineralischen Komplexität.

Les Goulots und Champeaux zeigen einen eher filigranen, floralen Stil, während Aux Combottes an der südlichen Grenze zu Morey-Saint-Denis liegt und eine charakteristisch kühlere, schlankere Stilistik entwickelt, die den Übergang zur Nachbargemeinde spürbar werden lässt.

Unter den südlichen Premiers Crus stehen Petite ChapelleCherbaudesClos PrieurFonteny und Craipillot für geschmeidigere Texturen und etwas frühere Trinkreife. Sie profitieren von der Nachbarschaft zur Grand-Cru-Zone, ohne deren straffes Tannin vollständig zu erreichen.

Village-Lagen

Die Ortsweine von Gevrey-Chambertin gehören zu den charaktervollsten und in der Stilistik variabelsten Dorfweinen der Côte d’Or. Historisch wurde Gevrey pauschal mit Masse und Dunkelfrucht assoziiert – ein Bild, das modernen Vinifikationsmethoden und einer neuen Generation von Winzern nicht mehr gerecht wird. Village-Lagen wie Les SeuvréesLa JusticeEn Champs und Les Évocelles liefern bei sorgfältiger Selektion Weine von bemerkenswert eigenständiger Persönlichkeit: rote Johannisbeere, Sauerkirsche, ein Hauch von Walderdbeere, gestützt durch das für Gevrey typische mineralische und leicht tannische Rückgrat.

Besonders auf kalkreichen Böden, wie sie nördlich und nordöstlich des Dorfes vorkommen, entstehen Village-Weine, die problemlos zehn und mehr Jahre Reifepotenzial besitzen und die klassische Aromensprache der Appellation in konzentrierter Form wiedergeben.

Stilistik und Geschmacksprofil

Gevrey-Chambertin gilt gemeinhin als der körperreichste und tanninbetonste Rotwein der Côte de Nuits – eine Charakterisierung, die zutrifft, aber der Nuancierung bedarf. Die Aromatik basiert weniger auf schwarzer Frucht im Bordeaux-Sinne als auf roter Frucht, Kirschen, Waldbeeren und Veilchen, untermalt von Unterholz, Leder, Graphit und einer würzigen, manchmal fast herzhafte Note im Finale, die für Gevrey unverwechselbar ist.

Das Tannin ist im Vergleich zu Chambolle-Musigny oder Vosne-Romanée deutlich präsenter und feiner zugleich – es trägt den Wein, ohne ihn zu dominieren, und löst sich bei großen Weinen erst nach Jahren in Seide auf. Die Säure ist präzise und tragend; sie ist der eigentliche Motor der Langlebigkeit. Besonders in kühleren Jahren und in den Oberhanglagen zeigen die Weine eine straffe, fast salzig-mineralische Länge, die an Berichte erinnert, dass Gevrey und Chambolle das „König-Königin-Paar“ der Côte de Nuits verkörpern.

Das Lagerpotenzial staffelt sich deutlich nach Qualitätsstufe:

  • Village: reif zwischen 5 und 12 Jahren, Spitzenlagen bis 15 Jahre
  • Premier Cru: Entwicklungsfenster 10 bis 20 Jahre, Ausnahmejahrgänge länger
  • Grand Cru: 15 bis 30+ Jahre, außergewöhnliche Chambertin und Clos de Bèze aus Spitzenjahren problemlos über 40 Jahre lagerfähig

Bedeutende Produzenten

Gevrey-Chambertin verfügt über eine dichte Konzentration international angesehener Domaines. Domaine Armand Rousseau Père et Fils ist die unumstrittene Referenz der Appellation: Chambertin, Chambertin-Clos de Bèze und Clos Saint-Jacques bilden das Triptychon, das Maßstäbe setzt. Seit Eric Rousseau die Leitung übernommen hat, kombinieren die Weine des Domaines Präzision mit Tiefe auf einem Niveau, das kaum ein anderes Gut in Burgund erreicht.

Domaine Fourrier unter Jean-Marie Fourrier steht für transparente, lagentreue Weine mit ausgeprägter Frische – ein in Gevrey lange seltener, heute wegweisender Stil. Domaine Duroché hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der aufregendsten aufstrebenden Produzenten der Appellation entwickelt. Domaine Bachelet überzeugt mit feiner Balance, besonders in Charmes-Chambertin. Domaine Trapet Père et Fils wirtschaftet biodynamisch und betont Eleganz über Extraktion.

Weitere bedeutende Adressen sind Domaine Pierre Damoy (großer Besitz in Chambertin-Clos de Bèze), Domaine Faiveley (Präsenz in mehreren Grand-Cru-Lagen), Domaine Rossignol-Trapet (klassisch-strukturierter Stil) sowie Domaine Harmand-Geoffroy und die Maison Joseph Roty, die für besonders tiefe, manchmal oxidativ gereifte Village- und Premier-Cru-Weine bekannt ist.

Marktpreise und Kauforientierung

Die Preisspanne innerhalb der Appellation ist enorm. Am Einsteigerlevel bieten einfache Village-Weine seriöser Negociants einen ersten Zugang, die qualitativ überzeugenden Domaines-Weine setzen erheblich höhere Maßstäbe:

  • Gevrey-Chambertin Village (renommierte Domaines): ca. 60–150 €, Ausnahmen wie Armand Rousseau Village deutlich über 400 €
  • Premier Cru: ca. 100–500 €; Clos Saint-Jacques renommierter Produzenten (Rousseau, Fourrier) mitunter 500–1.000 € und mehr
  • Grand Cru (Charmes, Mazis, Latricières): ca. 150–600 € im Primärmarkt
  • Chambertin und Clos de Bèze (Rousseau, Damoy, Trapet): ab ca. 500 €, Spitzenjahrgänge von Rousseau im Sekundärmarkt mehrere tausend Euro pro Flasche

Für einen ersten stilistischen Einstieg empfehlen sich Village-Weine von Harmand-GeoffroyDuroché oder Rossignol-Trapet. Wer den archetypischen Charakter der Appellation auf Premier-Cru-Niveau erleben möchte, findet in Lavaux Saint-Jacques (Fourrier oder Rosseau) und Les Cazetiers (Faiveley) hervorragende Orientierungspunkte ohne die extremen Engpässe der gefragtesten Einzellagen.

Gevrey-Chambertin im Kontext der Côte de Nuits

Im direkten Vergleich mit Chambolle-Musigny – das „weibliche“ Gegenmodell – ist Gevrey strukturell präsenter, erdiger, tanninbetonter. Morey-Saint-Denis, das südliche Pendant, bewegt sich stilistisch zwischen den beiden, mit einer charakteristischen Strenge und Kühle. Vosne-Romanée bietet mehr seidigen Glamour und Opulenz, Gevrey mehr Tiefe und das Potenzial zu säkularer Komplexität.

Innerhalb Gevrey-Chambertins selbst ist die stilistische Bandbreite bemerkenswert: von der fast sartorischen Eleganz eines Clos Saint-Jacques über die dunkle Kraft eines Chambertin bis zur salzig-mineralischen Strenge eines Ruchottes-Chambertin – eine Appellation, die ein halbes Leben lang nicht ausgeschöpft sein muss.

FAQ – Gevrey-Chambertin: Die wichtigsten Fragen

Was macht Gevrey-Chambertin zu einer der bedeutendsten Appellationen Burgunds? Gevrey-Chambertin vereint in einem einzigen Weinort mehr Grands Crus als irgendwo sonst in Burgund – neun an der Zahl, angeführt von Chambertin und Chambertin-Clos de Bèze, zwei der wenigen Lagen weltweit, denen Millésime-übergreifende Klassik zugesprochen wird. Dazu kommt eine außergewöhnliche Terroirvielfalt über rund 409 Hektar, von tonreichen Village-Böden bis zu extrem steinigen Grand-Cru-Kalklagen. Die Kombination aus Rebflächengröße, Klassifikationsdichte und historischem Rang verleiht der Appellation eine Autorität, die in Burgund ihresgleichen sucht.

Welche neun Grands Crus gibt es in Gevrey-Chambertin? Die neun Grands Crus sind Chambertin, Chambertin-Clos de Bèze, Charmes-Chambertin, Mazoyères-Chambertin, Mazis-Chambertin, Chapelle-Chambertin, Griotte-Chambertin, Latricières-Chambertin und Ruchottes-Chambertin. Alle liegen in einem zusammenhängenden Block südlich des Dorfes. Wein aus Mazoyères-Chambertin darf auch als Charmes-Chambertin etikettiert werden, was in der Praxis der Regelfall ist. Chambertin selbst ist das prominenteste der neun Klimata; Wein aus Chambertin-Clos de Bèze darf ebenfalls als Chambertin verkauft werden, nicht aber umgekehrt.

Welche Rebsorte wird in Gevrey-Chambertin angebaut? Die Appellation Gevrey-Chambertin ist für die Erzeugung von Rotwein de facto ausschließlich auf Pinot Noir ausgerichtet. Die AOC-Regelungen erlauben in der Theorie einen geringen Anteil von Chardonnay, Pinot Blanc und Pinot Gris als Beigabe, doch wird dies in der heutigen Praxis nicht genutzt. Sämtliche Grands Crus und Premiers Crus werden ausschließlich aus Pinot Noir vinifiziert.

Wie lange können Gevrey-Chambertin-Weine gelagert werden? Die Lagerfähigkeit hängt maßgeblich von Klassifikationsstufe, Produzent und Jahrgang ab. Village-Weine renommierter Domaines erreichen häufig 8 bis 15 Jahre Reifepotenzial. Premiers Crus aus Spitzenlagen wie Clos Saint-Jacques oder Les Cazetiers sind problemlos 15 bis 25 Jahre lagerfähig. Große Grands Crus – allen voran Chambertin und Chambertin-Clos de Bèze – können in ausgezeichneten Jahrgängen 30 bis 50 Jahre und mehr in der Flasche reifen, ohne ihren Höhepunkt zu erreichen.

Was kostet ein guter Einstiegswein aus Gevrey-Chambertin? Village-Weine etablierter Domaines – etwa Harmand-Geoffroy, Duroché oder Rossignol-Trapet – beginnen aktuell im Bereich von 60 bis 90 Euro. Für Weine aus dem Primärmarkt von renommierten Adressen wie Armand Rousseau liegt auch das Village-Niveau mittlerweile deutlich über 400 Euro. Im Premier-Cru-Segment sind 120 bis 350 Euro für solide bis sehr gute Qualität realistisch; Spitzenlagen wie Clos Saint-Jacques überschreiten bei gefragten Produzenten diese Spanne erheblich.

Welcher Premier Cru aus Gevrey-Chambertin gilt als bester? Clos Saint-Jacques genießt unter Sammlern und Kritikern beinahe Grand-Cru-Status und wird von vielen als qualitativ gleichwertig mit den mittleren Grands Crus der Gemeinde eingestuft – oder sogar überlegen. Dies spiegelt sich in den Marktpreisen: Weine aus Clos Saint-Jacques von Armand Rousseau oder Domaine Fourrier erzielen regelmäßig Notierungen, die über denen zahlreicher Grands Crus der Côte de Nuits liegen. Les Cazetiers, ebenfalls nordwestlich des Dorfes gelegen, gilt als zweite Referenzadresse auf Premier-Cru-Niveau.

Warum wurde Gevrey 1847 in Gevrey-Chambertin umbenannt? Das Dekret von König Louis-Philippe gestattete der Gemeinde Gevrey als erster Ortschaft Burgunds, den Namen ihres berühmtesten Grands Crus als Namenszusatz zu führen. Diese Praxis – ein Ort identifiziert sich mit seiner herausragenden Lage – entsprach dem Bedürfnis nach Vermarktungsdifferenzierung und wurde in der Folge zum Vorbild für andere Gemeinden der Côte d’Or. Die Umbenennung war kein rein symbolischer Akt, sondern ein früher Schritt in der Entwicklung des modernen burgundischen Appellationssystems.

Sind Gevrey-Chambertin-Weine kraftvoll oder elegant? Die Dichotomie von Kraft und Eleganz trifft auf Gevrey-Chambertin weniger zu als das Bild von Tiefe und struktureller Langlebigkeit. Die Aromatik basiert – entgegen einem verbreiteten Vorurteil – überwiegend auf roter Frucht, Kirschen, Veilchen und erdigen Noten, nicht auf der opulenten Schwarzfrucht schwererer Rotweine. Das Tannin ist präsenter als in Chambolle-Musigny, aber bei guten Produzenten stets eingebunden und nicht maskulin-aufdringlich. Die moderne Kellerarbeit – weniger Extraktion, mehr Frische, kürzere Mazerationszeiten – hat das Bild der Appellation in den vergangenen zwei Jahrzehnten erheblich verfeinert.

Welche Jahrgänge gelten als besonders empfehlenswert? Unter den jüngeren Jahrgängen werden 2015, 2019 und 2022 von der internationalen Kritik als außergewöhnlich eingestuft. 2015 zeichnet sich durch reife Frucht und samtiges Tannin aus, 2019 durch Kraft und Konzentration bei guter Frische, 2022 gilt vielen Beobachtern als einer der besten Jahrgänge der modernen Ära – strukturstark, aromatisch komplex und langlebig. 2012 und 2016 sind weitere bedeutende Referenzjahre für die Appellation.

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