Chassagne-Montrachet
Strukturreicher Chardonnay und eine lebendige Rotwein-Tradition: Chassagne-Montrachet bietet beides. Entdecken Sie 55 Premiers Crus und drei Grand-Cru-Lagen von Ramonet, den diversen Colin Familien und weiteren Erzeugern.
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Strukturreicher Chardonnay und eine lebendige Rotwein-Tradition: Chassagne-Montrachet bietet beides. Entdecken Sie 55 Premiers Crus und drei Grand-Cru-Lagen von Ramonet, den diversen Colin Familien und weiteren Erzeugern.
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Chassagne-Montrachet ist eine kommunale Appellation im südlichen Teil der Côte de Beaune. Sie erzeugt sowohl Weißwein aus Chardonnay als auch Rotwein aus Pinot Noir, wobei Weißwein heute rund zwei Drittel der Produktion ausmacht. Die Appellation umfasst Anteile an drei Grand-Cru-Lagen – darunter Montrachet – sowie 55 Premiers Crus. Neben dem bekannten Grand-Cru-Terroir der Montrachet-Hügel besitzt Chassagne-Montrachet eine eigenständige Rotwein-Tradition und ein breites, geologisch vielgestaltiges Stilspektrum.
Die Appellation umfasst neben den Gemeindegrenzen von Chassagne-Montrachet auch einen kleinen Teil der Nachbargemeinde Remigny. Das gesamte Rebgebiet erstreckt sich über rund 305 bis 315 Hektar unter der kommunalen AOC, ergänzt durch drei eigenständige Grand-Cru-AOCs, die entweder vollständig (Criots-Bâtard-Montrachet) oder anteilig (Montrachet und Bâtard-Montrachet, geteilt mit Puligny-Montrachet) auf Chassagner Boden liegen. Weißweine aus Chardonnay machen heute rund zwei Drittel der Gesamtproduktion aus — eine Entwicklung, die sich erst seit den 1960er- und verstärkt seit den 1990er-Jahren beschleunigt hat.
Die weinbauliche Geschichte der Gemeinde reicht nach Überzeugung der lokalen Syndicats über mehr als zwölf Jahrhunderte zurück. Mittelalterliche Klöster prägten die frühe Bewirtschaftung der Hänge, und bereits im Ancien Régime wurden Weine vom Montrachet-Hügel an den französischen Königshof geliefert. Historisch dominierte Pinot Noir das Pflanzungsbild — die Grands Crus und einzelne ausgewählte Parzellen waren traditionell für Chardonnay reserviert. Erst mit der zunehmenden internationalen Nachfrage nach weißem Burgunder im 20. Jahrhundert begann eine schrittweise Umstellung, die Chassagne-Montrachet in seiner heutigen Ausrichtung als Weißwein-Appellation formte.
Den Namenszusatz „Montrachet“ — gesprochen: Mon-rachet — erhielt die Gemeinde offiziell im Jahr 1878, als die Gemeinde Chassagne den Namen ihres prestigeträchtigsten Crus adoptierte. Der Ursprung des Toponyms „Montrachet“ leitet sich nach gesicherter Forschung vom alten Ortsnamen „Mont Rachaz“ ab, der einen kahlen Felsausläufer ohne nennenswerten Bewuchs beschreibt. Die AOC selbst wurde durch Dekret vom 31. Juli 1937 anerkannt. Die Klimata des Burgunds, darunter jene von Chassagne-Montrachet, gehören seit 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe.
Chassagne-Montrachet liegt rund 15 Kilometer südwestlich von Beaune auf einem nach Osten bis Südosten ausgerichteten Hügelkamm, der die kalksteinreichen Hochlagen der Hautes-Côtes im Westen von der Bresse-Ebene im Osten trennt. Die Appellation grenzt im Norden an Puligny-Montrachet und Saint-Aubin, im Süden an Santenay, im Westen an die Hautes-Côtes de Beaune. Die Höhenlagen der bewirtschafteten Parzellen bewegen sich zwischen rund 220 und 325 Metern, die Hangneigung variiert von moderat bis steil. Das Klima ist kontinental: warme, trockene Sommer begünstigen die Reife, während der Frühjahrstgefahr durch Spätfröste — besonders in tieferliegenden Parzellen — auch in Chassagne stets Rechnung getragen werden muss.
Eine geologisch bemerkenswerte Besonderheit der Gemeinde ist das Vorhandensein historischer Marmorbrüche unterhalb des Dorfes, deren rosa und beiger Kalkstein nachweislich für das Trocadéro in Paris und die Pyramide des Louvre verwendet wurde. Diese oberflächennahen Steinschichten sind unmittelbarer Ausdruck des kalkreichen Untergrunds, der das Terroir entscheidend prägt.
Die Appellation gliedert sich nach dem burgundischen Hierarchieprinzip in vier Ebenen:
Die drei Grand-Cru-Appellationen liegen im nordöstlichen Winkel von Chassagne-Montrachet, unmittelbar an der Gemeindegrenze zu Puligny-Montrachet, auf einer Höhe von rund 250 bis 300 Metern. Sie bilden das bekannteste Ensemble trockener Weißweine weltweit und werden ausschließlich aus Chardonnay vinifiziert.
Le Montrachet (gesamt ca. 7,99 ha, davon knapp 4 ha auf Chassagner Boden) gilt seit Jahrhunderten als der bedeutendste Weißweinberg Burgunds. Die Kombination aus tiefgründigem Kalkstein-Tongemisch mit hohem Muschelkalkanteil, optimaler Südost-Exposition und einem natürlichen Schutz vor übermäßiger Winderosion schafft ein Reifeklima, das mit keiner anderen Lage der Côte de Beaune vergleichbar ist. Zu den Eigentümern von Parzellen auf Chassagner Seite zählen unter anderen die Domaine de la Romanée-Conti, die Domaine Jacques Prieur und Marquis de Laguiche (über den Négociant Joseph Drouhin vinifiziert). Le Montrachet ist stark parzelliert — eine Monopollage existiert nicht.
Bâtard-Montrachet (gesamt ca. 11,86 ha, aufgeteilt zwischen Chassagne und Puligny) liegt unterhalb des Montrachet-Hügels auf etwas tieferem, tonreicherem Boden. Die Weine sind typischerweise opulenter und voluminöser als Le Montrachet, mit einem manchmal üppigeren, buttrigeren Profil — verbunden mit beachtlichem Lagerpotenzial. Bedeutende Erzeuger auf Chassagner Seite: Domaine Ramonet, Pierre-Yves Colin-Morey und Domaine Leflaive.
Criots-Bâtard-Montrachet (ca. 1,57 ha) ist mit Abstand der kleinste Grand Cru der Côte de Beaune und liegt nahezu vollständig auf dem Gebiet von Chassagne-Montrachet. Die Weine verbinden Konzentration mit einer ausgeprägten mineralischen Spannung, die stilistisch zwischen Bâtard-Montrachet und den besten Premier Crus der nördlichen Zone liegt. Die geringe Gesamtfläche erklärt die extreme Seltenheit und entsprechend hohe Marktbewertung dieser Weine.
Das Verständnis von Chassagne-Montrachet hängt maßgeblich an einer geologischen Grundstruktur, die die Gemeinde in zwei klar unterschiedliche Terroir-Zonen teilt.
Die nördliche Zone — Richtung Puligny-Montrachet — ist durch feinkörnigen, stark kalkhaltigen Kalkstein geprägt, der in den mittleren Hanglagen besonders reichhaltig und gut drainiert ist. Hier entstehen die angesehensten Weißweine jenseits der Grands Crus: mineralisch fokussiert, mit Spannung und langer Entwicklungsfähigkeit. Les Caillerets, Les Vergers, La Romanée und En Remilly sind typische Vertreter dieses Profils.
Die südliche Zone — Richtung Santenay — weist höhere Anteile an eisenhaltigem, rotem Kalkstein-Tongemisch auf, das traditionell besser für Pinot Noir geeignet ist. Morgeot, Clos Saint-Jean und La Boudriotte stammen aus diesem Bereich und erzeugen strukturierte, tanninbetonte Rotweine mit dunklem Fruchtcharakter sowie kräftig aromatisierte, breite Chardonnays ohne die feine mineralische Spannung der nördlichen Lagen.
Der Oberboden ist überwiegend tonhaltiger Kalkstein (argilo-calcaire) über einem jurassischen Kalksteinuntergrund, der je nach Exposition und Hangposition unterschiedlich tiefgründig verwittert ist. Die hohen Pflanzungsdichten (typischerweise rund 10.000 Rebstöcke pro Hektar) sind charakteristisch für das Burgund und begünstigen die Verwurzelung in tiefere Schichten.
Das kontinentale Klima der Côte de Beaune bringt warme, trockene Vegetationsperioden, die eine vollständige Reife des Chardonnay in der Regel sicherstellen. Die Frühjahrsfrostgefahr ist in den tiefer gelegenen Village-Lagen ausgeprägter als in den Premier-Cru-Hanglagen. Hagelstürme — ein wiederkehrendes Risiko in weiten Teilen Burgunds — trafen Chassagne-Montrachet in verschiedenen Jahrgängen des 21. Jahrhunderts empfindlich, darunter 2012 und 2021. Der Klimawandel hat die Erntedaten merklich nach vorne verschoben: Lagen, die in den 1980er-Jahren üblicherweise Ende September gelesen wurden, werden in heißen Jahrgängen heute teils bereits Anfang September geerntet.
Die 55 offiziell durch die INAO klassifizierten Premiers Crus von Chassagne-Montrachet verteilen sich auf eine nördliche und eine südliche Zone, die durch das Dorf selbst getrennt werden. Einzelne Klimata werden eigenständig vermarktet, andere firmieren unter zusammenfassenden Bezeichnungen wie Morgeot.
Nördliche Zone (Richtung Puligny-Montrachet):
Südliche Zone (Richtung Santenay):
Die Angaben zur Klimatfläche basieren auf publizierten Daten und können aufgrund periodischer INAO-Revisionen leicht variieren.
Weißwein (Chardonnay): Chassagne-Montrachet-Weißweine sind typischerweise dichter, voluminöser und strukturreicher als jene aus Puligny-Montrachet — eine direkte Folge der tonreicheren Böden in einem größeren Teil der Appellation. Die Aromatik zeigt in der Jugend gelbe Steinfrucht (Pfirsich, Mirabelle), Haselnuss, Zitrusöl, Feuerstein und einen charakteristischen, leicht rauchigen Schmelz. Mit der Entwicklung im Keller — üblich sind Barrique-Ausbau und Hefelagerung über mindestens zwölf Monate — treten Brioche, geröstete Mandel und im Alter Honig und Wachs hinzu. Das Mundgefühl ist selten schlank; selbst gut gereifte Village-Weine tendieren zu einer für Burgund ungewöhnlichen Texturkraft. Mineralität ist vorhanden, aber seltener von der schroffen, kreideartigen Art Pulignys — sie wirkt wärmer, ölig, fast salzig-jodhaltig in den besten Lagen.
Rotwein (Pinot Noir): Die Rotweine aus Chassagne-Montrachet besitzen eine für die Côte de Beaune charakteristische, aber im regionalen Vergleich rustikalere Tanninstruktur. Die Aromatik orientiert sich an Sauerkirsche, Waldbeere, Gewürzen und gelegentlich einem metallischen, eisenhaltigen Unterton. Stilistisch stehen sie zwischen dem kraftvollen Volnay und dem eleganten Chambolle-Musigny, ohne die Filigranheit beider zu erreichen. In den letzten zwei Jahrzehnten haben viele Erzeuger durch Reduktion der Extraktionszeiten und moderatere Holzanteile einen verfeinerten Stil entwickelt.
Speiseempfehlung: Die großen Weißweine harmonieren klassisch mit Steinbuttfilet, Seezunge in Butter, Hummergerichten und hellem Kalbfleisch. Die Rotweine — insbesondere aus Clos Saint-Jean oder Morgeot — passen zu Wild, Lamm und gereiften Comté-Käsen.
Village-Weißweine aus renommierten Adressen entwickeln sich problemlos über fünf bis acht Jahre. Premiers Crus benötigen häufig drei bis fünf Jahre, um ihre Jugendspannung zu öffnen, und können in guten Jahrgängen zehn bis zwanzig Jahre reifen. Die Grand-Cru-Positionen — insbesondere Le Montrachet und Bâtard-Montrachet — sind für ein Lagerpotenzial von zwanzig Jahren und darüber hinaus konzipiert; Frühöffnung verschenkt regelmäßig das Beste dieser Weine. Rotweine auf Premier-Cru-Niveau entwickeln sich über acht bis fünfzehn Jahre, Village-Rotweine sind nach vier bis sieben Jahren meist auf dem Höhepunkt.
Chassagne-Montrachet ist durch weitverzweigte Familienstrukturen geprägt — insbesondere die Colin-, Gagnard-, Pillot- und Coffinet-Dynastien dominieren die Appellation seit Generationen und haben zahlreiche eigenständige Domaines hervorgebracht.
Referenzerzeuger:
Die Preisklassen für Chassagne-Montrachet spiegeln die extreme Qualitätsbandbreite innerhalb der Appellation wider. Auf Basis aktueller Marktdaten (Wine-Searcher, Liv-ex, Auktionsergebnisse Sotheby’s/Christie’s 2023–2025):
Kaufempfehlungen für Einsteiger: Village-Weißweine von Fontaine-Gagnard oder Bernard Moreau bieten einen stilistisch authentischen Einstieg. Für den charakteristischen Chardonnay-Stil der Appellation empfiehlt sich Premier Cru Morgeot (kraftvoller, breiter) oder Les Vergers (eleganter, linearer). Rotweinliebhaber sollten Clos Saint-Jean von Domaine Ramonet oder Jean-Noël Gagnard suchen.
Die drei Großen der Côte de Beaune teilen den Ruhm des Chardonnay, unterscheiden sich jedoch fundamental im Charakter. Puligny-Montrachet steht für Finesse, Präzision und eine fast kühle Mineralität — die Weißweine sind schlanker, floraler und ausgeprägter in der Kreide-Mineralik. Meursault nördlich des Puligny-Gebiets erzeugt üppigere, buttrigere, cremigere Chardonnays mit stärkerem Nusscharakter und weniger Spannung. Chassagne-Montrachet positioniert sich stilistisch zwischen beiden: voller als Puligny, aber strukturierter und weniger opulent als Meursault — zudem der einzige der drei mit einer substanziellen Rotwein-Tradition. Wer Weißweine mit Textur, Tiefe und einer wärmeren Mineralität sucht, findet in Chassagne oft mehr als in den schlankeren Crus des Nachbardorfes.
Chassagne-Montrachet ist eine der wenigen Appellationen, in der drei weltberühmte Grand-Cru-Herkünfte innerhalb einer einzigen Gemeindefläche existieren. Das Grand-Cru-Fundament verleiht der gesamten kommunalen Appellation — einschließlich einfacher Village-Weine — ein Renommee, das kaum eine andere Côte-de-Beaune-Gemeinde erreicht. Gleichzeitig birgt die komplexe Premier-Cru-Landschaft mit 55 Klimata, zahlreichen Familiendomaines und stilistischer Bandbreite eine Lernkurve, die selbst erfahrene Weintrinker herausfordert. Diese Komplexität ist zugleich der größte Reiz der Appellation: Chassagne-Montrachet lässt sich nie auf einen einzigen Charakter reduzieren.
Welche Grands Crus gehören zu Chassagne-Montrachet? Chassagne-Montrachet besitzt Anteile an drei Grand-Cru-Appellationen: Le Montrachet (geteilt mit Puligny-Montrachet, gesamt ca. 7,99 ha), Bâtard-Montrachet (geteilt mit Puligny-Montrachet, gesamt ca. 11,86 ha) sowie Criots-Bâtard-Montrachet (ca. 1,57 ha), das nahezu vollständig auf Chassagner Gemeindegebiet liegt. Alle drei produzieren ausschließlich Weißwein aus Chardonnay.
Was unterscheidet Chassagne-Montrachet von Puligny-Montrachet? Obwohl beide Gemeinden Anteile an denselben Grands Crus teilen, unterscheiden sich ihre Weißweine charakterlich deutlich: Puligny-Montrachet ist für schlanke, kühle Mineralität und florale Präzision bekannt, während Chassagne-Montrachet breitere, vollere und texturreichere Chardonnays hervorbringt — ein direktes Ergebnis der tonhaltigeren Böden auf einem größeren Teil der Appellation. Chassagne produziert zudem erhebliche Mengen an Rotwein aus Pinot Noir, was in Puligny-Montrachet kaum eine Rolle spielt.
Wie viele Premiers Crus gibt es in Chassagne-Montrachet? Die INAO klassifiziert derzeit 55 Klimata als Premier Cru innerhalb der Appellation Chassagne-Montrachet. Diese verteilen sich auf eine nördliche Zone Richtung Puligny-Montrachet (mineralischere Weißweine) und eine südliche Zone Richtung Santenay (kraftvollere Rot- und Weißweine). Die bekanntesten Einzellagen sind Les Caillerets, Morgeot, Clos Saint-Jean, La Romanée und En Remilly.
Wann wurde die Appellation Chassagne-Montrachet anerkannt? Die kommunale AOC Chassagne-Montrachet wurde durch Dekret vom 31. Juli 1937 offiziell anerkannt. Den Namenszusatz „Montrachet“ trägt die Gemeinde seit 1878, als sie den Namen ihres berühmtesten Crus in den Ortsnamen aufnahm. Die Klimata der Appellation gehören seit 2015 zum UNESCO-Weltkulturerbe der Bourgogne.
Welche Weißweine aus Chassagne-Montrachet eignen sich für Einsteiger? Für einen qualitativ überzeugenden Einstieg ohne Grand-Cru-Budget empfehlen sich Village-Weißweine von Erzeugern wie Domaine Fontaine-Gagnard, Bernard Moreau oder Domaine Marc Colin. Wer den typischen Premier-Cru-Charakter erkunden möchte, bietet Premier Cru Morgeot ein verlässliches Preis-Leistungs-Verhältnis; für mineralischeren Stil lohnt Les Vergers oder En Remilly. Preislich ist mit ca. 50–100 € für Village und 90–180 € für einen soliden Premier Cru zu rechnen.
Wie lange sollte man Chassagne-Montrachet lagern? Village-Weißweine sind in der Regel nach drei bis fünf Jahren zugänglich, entwickeln sich aber bei guten Erzeugern noch über acht Jahre weiter. Premiers Crus benötigen häufig vier bis sieben Jahre, um ihre Jugendspannung zu öffnen, und halten in großen Jahrgängen problemlos fünfzehn bis zwanzig Jahre. Grand-Cru-Weine — insbesondere Montrachet und Bâtard-Montrachet — sollten nicht vor acht bis zehn Jahren geöffnet werden und können bei optimaler Kellerung dreißig Jahre oder länger reifen.
Warum war Chassagne-Montrachet historisch für Rotwein bekannt? Ein bedeutender Teil der Gemeindeböden — besonders die südlichen Lagen Richtung Santenay — besteht aus eisenhaltigem Kalkstein-Tongemisch, das natürlich für Pinot Noir geeignet ist. Historisch war die Appellation primär eine Rotwein-Gemeinde; die Grands Crus und einzelne Parzellen waren traditionell mit Chardonnay bepflanzt. Erst seit den 1960er-Jahren, mit steigender internationaler Nachfrage nach weißem Burgunder, verschob sich das Pflanzungsbild zugunsten des Chardonnay — eine Entwicklung, die sich in den 1990er-Jahren beschleunigte und bis heute anhält.