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Pomerol

FrankreichBordeauxrechtes Ufer → Pomerol

Pomerol, rund 800 Hektar groß, verdankt seinen frühen Ruhm belgischen Händlern. In den 1950ern entdeckten Briten das legendäre Château Petrus, Inbegriff opulenter, Merlot-geprägter Weine und heute weltweit begehrt. Niedrige Erträge sichern höchste Qualität. Als einzige große Bordeaux-Appellation ohne Klassifikation überzeugt Pomerol durch Stil: auch bei Gütern wie Le Pin, Lafleur oder L’Evangile.

Pomerol 

Weingüter

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0 € 6.000 €
2003 2018
2003 Château Trotanoy
93 Wine Spectator 92 Robert Parker
Frankreich → Bordeaux → rechtes Ufer

2003
Château Trotanoy

 210,00 Literpreis: 280,00 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2018 Château La Fleur-Pétrus
97+ Robert Parker 97 Falstaff
Frankreich → Bordeaux → rechtes Ufer

2018
Château La Fleur-Pétrus

 235,00 Literpreis: 313,33 €
differenzbesteuert
4 vorrätig

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Pomerol – Bordeaux’s Merlot-Hochburg

Pomerol ist die kleinste der bedeutenden Appellationen am rechten Ufer von Bordeaux und gleichzeitig eine der renommiertesten Weinregionen der Welt. Auf rund 800 Hektar Rebfläche, eingerahmt vom Bach Barbanne im Norden, der Stadt Libourne im Westen und Saint-Émilion im Osten, produzieren etwa 150 Châteaux ausschließlich Rotwein – dominiert von Merlot, ergänzt um Cabernet Franc und kleine Anteile Cabernet Sauvignon. Pomerol ist die einzige bedeutende Bordeaux-Appellation ohne offizielle Klassifikation; die Hierarchie ergibt sich allein aus Marktnachfrage und Kritikerurteilen. An der Spitze stehen Pétrus und Le Pin – zwei der teuersten Rotweine der Welt.

Appellation im Überblick: Fläche, Produktion, Cépage

  • Gesamtfläche: rund 800 Hektar (laut INAO 813 ha), die kleinste der großen Bordeaux-Appellationen
  • Anzahl Châteaux: ca. 135–150 unabhängige Erzeuger
  • Durchschnittliche Gutsgröße: rund 6 Hektar – das kleinste Mittel aller bedeutenden Bordeaux-Appellationen
  • Jahresproduktion: ca. 4 Millionen Flaschen (30.000–35.000 hl)
  • Lage: rechtes Ufer der Dordogne, östlich von Libourne, 43 km nordöstlich der Stadt Bordeaux
  • Klima: maritim-atlantisch, durch die Nähe zur Dordogne und Isle moderiert; einer der wärmsten Punkte des Bordelais
  • Höhenlage: 30–40 Meter über NN; der höchste Punkt liegt bei rund 40 m auf den Parzellen von Château Gazin
  • Rebsorten (zugelassen): Merlot, Cabernet Franc (lokal „Bouchet“), Cabernet Sauvignon, Malbec (Pressac), Petit Verdot (seit 2009)
  • Typischer Cépage-Mix: ca. 80 % Merlot, 15 % Cabernet Franc, 5 % Cabernet Sauvignon
  • AOC-Anerkennung: 8. Dezember 1936
  • Maximaler Ertrag: 49 hl/ha (Basisertrag)
  • Mindestpflanzdichte: 5.500 Stöcke/ha; die meisten Spitzengüter pflanzen bei rund 8.000 Stöcken/ha
  • Mindestalkohol: 11 % vol.

Pomerol ist eine reine Rotwein-Appellation. Weiße Rebsorten sind innerhalb der AOC-Grenzen nicht zugelassen; werden sie gepflanzt, müssen die Weine unter AOC Bordeaux Blanc abgefüllt werden – was in der Praxis nicht vorkommt.

Klassifikation: Das System der Appellation

Pomerol kennt kein offizielles Klassifikationssystem

Anders als die Médoc-Appellationen, Sauternes oder Saint-Émilion verfügt Pomerol über keine offiziell geregelte Rangordnung der Châteaux. Es gibt keine 1855er-Klassifikation, keinen Cru-Classé-Status, keine Cru-Bourgeois-Stufe und keine turnusmäßige Bewertung. Diese Anomalie ist historisch begründet: Pomerol erlangte erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts internationale Bedeutung, lange nach der 1855er-Klassifikation und auch nach der ersten Saint-Émilion-Klassifikation von 1955. Eine Vichy-Preisliste von 1943 reihte Pétrus noch auf dem Niveau eines mittleren Médoc-Zweitgewächses ein.

Die faktische Hierarchie

Mangels offizieller Klassifikation hat sich eine faktische Hierarchie etabliert, die sich an Marktpreis, Kritikerbewertung und Sekundärmarktposition orientiert:

  • Spitzengruppe: Pétrus, Le Pin, Lafleur (seit Jahrgang 2025 außerhalb der AOC – siehe unten), Vieux Château Certan, L’Évangile, La Conseillante, Trotanoy
  • Erste Gruppe: La Fleur-Pétrus, Clinet, L’Église-Clinet, Hosanna, Certan de May, Petit-Village, Gazin, Le Gay
  • Zweite Gruppe: Beauregard, Bonalgue, La Cabanne, La Pointe, Mazeyres, Clos René, de Sales
  • Aufsteiger: Bourgneuf, Vray Croix de Gay, Guillot-Clauzel, La Fleur-Gazin

Die Reihenfolge ist nicht statisch und wird durch jeden En-Primeur-Jahrgang neu justiert.

Aktuelle Entwicklung: Lafleur verlässt die AOC

Am 24. August 2025 hat die Familie Guinaudeau bekanntgegeben, dass alle sechs Weine der Société Civile du Château Lafleur – darunter Lafleur selbst, Les Pensées und Les Perrières – ab dem Jahrgang 2025 nicht mehr unter AOC Pomerol, sondern als Vin de France vermarktet werden. Begründet wurde der Schritt mit der mangelnden Flexibilität der AOC-Regeln gegenüber den klimatischen Veränderungen, insbesondere bei Bewässerung, Pflanzdichte und Laubarbeit. Lafleur ist damit das erste Spitzengut Pomerols, das die Appellation verlässt.

Die bedeutendsten Châteaux der Appellation

Spitzengruppe: Pétrus, Le Pin und das Plateau

Château Pétrus – Eigentümer: Familie Moueix (80 %) und Alejandro Santo Domingo (20 %, seit 2017/2018). Rebfläche: ca. 11,3 ha auf einer Boutonnière aus blauem Ton mit hohem Eisenoxidanteil (crasse de fer). Cépage: seit dem Jahrgang 2011 100 % Merlot. Verantwortlich für die Vinifikation: Olivier Berrouet (seit 2008). Pétrus zählt zu den teuersten Rotweinen der Welt; der Sekundärmarktpreis aktueller Jahrgänge liegt typischerweise im hohen vierstelligen bis fünfstelligen Eurobereich pro Flasche.

Château Le Pin – Eigentümer: Familie Thienpont (Jacques Thienpont, seit 1979). Rebfläche: ca. 2,7 ha. Cépage: nahezu 100 % Merlot. Jährliche Produktion: rund 6.000–7.000 Flaschen. Le Pin gilt als Prototyp des Garagisten-Konzepts und ist regelmäßig eine der teuersten Bordeaux-Flaschen.

Vieux Château Certan (VCC) – Eigentümer: Familie Thienpont (Alexandre Thienpont, jetzt Guillaume Thienpont). Rebfläche: ca. 14 ha. Cépage: ca. 60 % Merlot, 30 % Cabernet Franc, 10 % Cabernet Sauvignon – einer der höchsten Cabernet-Anteile in Pomerol. Stilistisch strukturierter und langlebiger als die Merlot-Monokulturen.

Château L’Évangile – Eigentümer: Domaines Barons de Rothschild (Lafite) seit 1990. Rebfläche: ca. 22 ha. Cépage: ca. 80 % Merlot, 20 % Cabernet Franc.

Château La Conseillante – Eigentümer: Familie Nicolas (seit 1871). Rebfläche: ca. 12 ha. Cépage: ca. 80 % Merlot, 20 % Cabernet Franc. Önologische Beratung: Michel Rolland.

Château Trotanoy – Eigentümer: Établissements Jean-Pierre Moueix. Rebfläche: ca. 7,2 ha. Eines der konsistentesten Pomerol-Güter mit ausgeprägter Tannin-Struktur.

Etablierte Spitzenadressen

Château La Fleur-Pétrus – Moueix, ca. 18,7 ha, Merlot/Cabernet Franc. Château Clinet – Familie Laborde (Ronan Laborde), 11,5 ha, Merlot-dominiert. Château L’Église-Clinet – Familie Durantou, 5,9 ha, hoher Cabernet-Franc-Anteil. Château Hosanna – Moueix, ca. 4,5 ha. Château Certan de May – Familie Barreau-Badar, ca. 5 ha. Château Petit-Village – Familie Cathiard (seit 2020), ca. 11 ha. Château Gazin – Familie de Bailliencourt, ca. 26 ha, eines der größeren Güter im Spitzensegment.

Bemerkenswerte Aufsteiger

Château Le Gay – Catherine Péré-Vergé/Henri Parent, biodynamische Bewirtschaftung. Château Bourgneuf – Familie Vayron. Château Vray Croix de Gay – Familie Guichard. Château Beauregard – Cathiard/Moulin, biologisch zertifiziert. Château de Sales – Familie de Lambert des Granges, mit 47,5 ha das größte Pomerol-Gut. Château Clinet und Château Mazeyres gelten als Adressen mit zunehmender Bedeutung bei zugleich biologischer Bewirtschaftung.

Die Geschichte Pomerols ist eng mit der Familie Moueix verbunden. Jean-Pierre Moueix gründete 1937 sein Négociant-Haus in Libourne; ab 1943 übernahm er die Distribution von Pétrus, und 1969 erwarb er das Gut. Die Familie führt heute über die Établissements Jean-Pierre Moueix mehr als 100 ha Reben in Pomerol und Saint-Émilion und mehrere bedeutende Châteaux. Ebenso prägend war Michel Rolland, der ab 1973 vom Önologielabor in Catusseau aus Pomerols Stilistik mitprägte und international zum bekanntesten Bordeaux-Berater wurde.

Terroir: Böden, Geologie und Flusseinfluss

Pomerol liegt auf einem flachen Plateau zwischen 30 und 40 Metern Höhe, ohne nennenswerte Hänge oder Höhenstufen. Die geologische Vielfalt auf engem Raum ist das eigentliche Markenzeichen der Appellation:

  • Schwerer Ton (argile bleue / blauer Ton): auf dem höchsten Punkt des Plateaus, vor allem unter Pétrus und seinen direkten Nachbarn. Liefert Kraft, Konzentration und Reifefähigkeit.
  • Eisenreicher Untergrund (crasse de fer / machefer): charakteristischer Pomerol-Boden mit hohem Eisenoxidanteil, der den Weinen eine besondere Mineralität und Struktur verleiht.
  • Tongravel: ein Großteil der Plateau-Lagen, Verbindung aus Konzentration und Aromatik.
  • Kieselgravel (peyrosols): in Tiefen von 1–3 Metern, gute Drainage, liefert Finesse.
  • Sandige Böden: vor allem westlich der D1089 in Richtung Libourne; produzieren leichtere, aromatisch zugängliche Weine mit geringerer Lagerfähigkeit.

Die Kombination aus früh erwärmenden Böden und der frühen Reife von Merlot ergibt eine außergewöhnliche Reifegunst – einer der Gründe, warum Pomerol auch in marginalen Jahrgängen wie 2017 oder 2007 verlässlich vinifizierbar ist. In Hitzejahren wie 2003 oder 2018 hält der Tonanteil die Frische, während Lagen mit hohem Kies-Anteil unter Trockenheit leiden können. Der Cahier des Charges für Pomerol enthält ungewöhnlich detaillierte Vorgaben zum Bodenschutz: keine Veränderung des Reliefs, kein Bodenimport von außerhalb der AOC, Pflicht zur Begrünung der angrenzenden Flächen zur Erosionsvermeidung.

Rebsorten und typische Assemblage

Merlot ist mit rund 80 % die dominierende Rebsorte. Die Sorte profitiert in Pomerol von einer besonderen Konstellation: Sie reift früh, und sie steht hier auf früh erwärmenden Böden. Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche aromatische Reife. Die historische Dominanz von Merlot in Pomerol ist erst eine Folge der Phylloxera-Krise des späten 19. Jahrhunderts. Vor 1761 (erste dokumentierte Merlot-Pflanzung im heutigen Château Rouget durch Louis-Léonard Fontémoing) dominierten weiße Sorten. Erst nach der Reblausverwüstung setzte sich Merlot durch, vor allem wegen seiner Verträglichkeit mit amerikanischen Unterlagen.

Cabernet Franc (lokal „Bouchet“) gewinnt in den letzten zehn Jahren wieder an Bedeutung. Die Sorte wurde lange als schwer ausreifbar gemieden, dient im aktuellen Kontext steigender Sommertemperaturen jedoch als Gegengewicht zur fülligen Merlot: Sie bringt Frische, florale Aromatik und Säurestruktur. Vieux Château Certan ist mit 30 % Cabernet-Franc-Anteil der prominenteste Vertreter dieses Stils.

Cabernet Sauvignon spielt mit rund 5 % eine Nebenrolle und ist meist nur in Assemblagen einzelner Châteaux präsent. Petit Verdot ist seit 2009 zugelassen und wird in geringen Anteilen erprobt; Malbec (Pressac) ist historisch zugelassen, aber heute kaum gepflanzt.

Die typische Pomerol-Assemblage ist Merlot-dominiert (75–100 %) mit Cabernet Franc als ergänzender Komponente. Pétrus ist seit dem Jahrgang 2011 reinsortiger Merlot; Le Pin praktisch ebenfalls 100 % Merlot. Vieux Château Certan hingegen vinifiziert konsequent als Drei-Sorten-Cuvée.

Stilistik und Geschmacksprofil

Pomerol-Weine gelten als die hedonistischste Stilrichtung Bordeaux‘. Charakteristisch sind:

  • Farbe: tiefes, sattes Rubinrot bis Granat, oft mit purpurnem Schimmer in der Jugend
  • Nase: schwarze Kirsche, Brombeere, Pflaume, Veilchen; mit Reife Trüffel, Unterholz, Leder, mokkaartige Röstnoten und feine Würze
  • Gaumen: seidige, samtige Textur durch die hohe Merlot-Komponente; reife, polierte Tannine; mittlere bis volle Körperdichte; ausgeprägte aromatische Konzentration
  • Säurestruktur: moderat – Pomerol-Weine sind selten so straff wie Médoc-Weine, behalten in tongeprägten Lagen aber spürbare Frische
  • Lagerpotenzial: Pomerol-Weine sind tendenziell früher zugänglich als Pauillac oder Saint-Estèphe. Während die meisten Médoc-Spitzenweine zehn Jahre brauchen, beginnen Pomerols nach etwa acht Jahren zu öffnen. Große Pétrus- und Lafleur-Jahrgänge erreichen dennoch problemlos 30–50 Jahre.

Jahrgangsabhängige Variation: Hervorragende Jahrgänge sind 1982, 1989, 1990, 1998, 2000, 2005, 2009, 2010, 2015, 2016, 2018, 2019 und 2022. Pomerol ist in marginalen Jahren wie 2017 verlässlicher als andere Bordeaux-Appellationen und gilt insgesamt als modeunabhängiger und konstanter als Saint-Émilion.

Speiseempfehlung: Rinderfilet, Lammrücken, Wildgerichte, Trüffelpasta, gereifter Bordeaux-Käse wie Tomme oder Comté.

En Primeur, Marktpreise und Sekundärmarkt

Pomerol-Weine werden über den klassischen Bordelaiser En-Primeur-Markt verkauft. Die enge Verfügbarkeit (kleine Gutsflächen, niedrige Produktionsmengen) führt zu einem stark angespannten Sekundärmarkt.

  • Einstieg (Village-äquivalent, kleinere Châteaux): ca. 30–60 € je Flasche
  • Mittleres Segment (Beauregard, Bonalgue, Mazeyres): ca. 50–100 €
  • Etablierte Spitzenadressen (Clinet, La Conseillante, L’Évangile, Gazin): ca. 100–250 €
  • Erweiterte Spitzengruppe (Trotanoy, Vieux Château Certan, La Fleur-Pétrus): ca. 250–600 €
  • Absolute Spitze: Lafleur ab 700–2.000 € (Subskription 2025: rund 2.100 € pro Drei-Flaschen-Kiste laut Decanter), Le Pin ab 4.000 €, Pétrus regelmäßig 4.000–6.000 € pro Flasche im Primärmarkt und deutlich höher im Sekundärmarkt

Pomerol ist Teil des Liv-ex Bordeaux 500 und der Liv-ex Fine Wine 100. Pétrus zählt zu den nach Sotheby’s Wine Report 2025 weltweit meistgesuchten Sammlerweinen.

Einstiegsempfehlung: Ein authentisches Pomerol-Profil zu vergleichsweise moderaten Preisen finden Sammler bei Château Bonalgue, Château Beauregard, Château Mazeyres oder Château de Sales. Auf nächst höherer Ebene bieten Clinet, Petit-Village und Gazin verlässliches Spitzenniveau, ohne in die fünfstelligen Sammlerpreise vorzustoßen.

Investmentperspektive: Pomerol-Weine sind im Sekundärmarkt seit Jahrzehnten stabil. Pétrus, Le Pin und Lafleur sind die einzigen Bordeaux-Weine, die preislich konstant mit Burgund-Domaines wie der DRC mithalten.

FAQ – Häufige Fragen zu Pomerol

Was macht Pomerol besonders?

Pomerol ist die einzige bedeutende Bordeaux-Appellation ohne offizielle Klassifikation. Die Hierarchie ergibt sich allein aus Marktnachfrage und Kritikerurteilen. Auf rund 800 Hektar produzieren etwa 150 Châteaux Merlot-dominierte Rotweine mit seidiger Textur, aromatischer Tiefe und ausgeprägter Lagerfähigkeit. Mit Pétrus und Le Pin beheimatet Pomerol zwei der teuersten Rotweine der Welt.

Welches Klassifikationssystem gilt in Pomerol?

Pomerol hat kein offizielles Klassifikationssystem. Es gibt weder eine 1855er-Klassifikation, einen Cru-Classé-Status noch ein Cru-Bourgeois-System. Die Position eines Château ergibt sich aus Sekundärmarktpreisen, Liv-ex-Indexposition und Kritikerbewertungen (Decanter, Vinous, Wine Advocate).

Welche Châteaux sind die wichtigsten in Pomerol?

Die internationale Spitzengruppe bilden Pétrus, Le Pin, Lafleur (seit 2025 als Vin de France), Vieux Château Certan, L’Évangile, La Conseillante und Trotanoy. Eine zweite Gruppe etablierter Spitzenadressen umfasst La Fleur-Pétrus, Clinet, L’Église-Clinet, Hosanna, Petit-Village und Gazin.

Welche Rebsorten werden in Pomerol angebaut?

Zugelassen sind Merlot, Cabernet Franc, Cabernet Sauvignon, Malbec und – seit 2009 – Petit Verdot. Der Rebsortenmix der Appellation liegt bei rund 80 % Merlot, 15 % Cabernet Franc und 5 % Cabernet Sauvignon. Pétrus arbeitet seit dem Jahrgang 2011 reinsortig mit Merlot, Vieux Château Certan setzt traditionell auf 30 % Cabernet Franc.

Wie lange können Pomerol-Weine gelagert werden?

Einfache Pomerol-Weine sind ab fünf bis acht Jahren trinkfertig und halten 10–15 Jahre. Etablierte Spitzenadressen (La Conseillante, L’Évangile, Trotanoy) entwickeln sich über 15–30 Jahre. Pétrus, Lafleur und Le Pin erreichen in großen Jahrgängen 40–50 Jahre Reifepotenzial und länger. Im Vergleich zu Médoc-Weinen sind Pomerols früher zugänglich.

An welche Appellationen grenzt Pomerol?

Pomerol wird im Norden durch den Bach Barbanne von Lalande-de-Pomerol getrennt, im Osten grenzt die Appellation an Saint-Émilion und Montagne-Saint-Émilion (Château Cheval Blanc und Château Figeac liegen unmittelbar jenseits dieser Grenze), im Süden an Teile der Gemeinde Libourne und im Westen an die Eisenbahnlinie Libourne–Bergerac und die D1089.

Warum hat Pomerol keine Klassifikation?

Der historische Aufstieg Pomerols erfolgte erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts – lange nach der 1855er-Klassifikation und auch nach der ersten Saint-Émilion-Klassifikation von 1955. Eine Vichy-Preisliste von 1943 reihte Pétrus noch auf dem Niveau eines mittleren Médoc-Zweitgewächses ein. Bis zur internationalen Anerkennung in den 1960er und 1970er Jahren hatte es keine institutionelle Veranlassung für eine Klassifikation gegeben.

Was kostet ein guter Einstiegswein aus Pomerol?

Solide Pomerol-Weine seriöser Erzeuger beginnen bei rund 30–60 €. Im mittleren Segment (Beauregard, Bonalgue, La Pointe, Mazeyres) liegen die Preise zwischen 50 und 100 €. Etablierte Spitzenadressen wie Clinet oder Gazin starten bei rund 100 € und reichen bis 250 €.

Was war der Pétrus-Anteilsverkauf 2017/2018?

Die Familie Moueix hat 2017 (offiziell bestätigt 2018) einen 20-prozentigen Anteil an Château Pétrus an den US-kolumbianischen Investor Alejandro Santo Domingo verkauft. Die Familie behält 80 %. Der Verkaufspreis wurde nicht offiziell genannt; die Bewertung des Gesamtgutes auf rund €1 Milliarde durch Les Echos hat die Familie zurückgewiesen.

Welche Jahrgänge gelten für Pomerol als besonders empfehlenswert?

Historische Referenzjahrgänge sind 1947, 1961, 1982, 1989, 1990 und 1998. Unter den jüngeren Jahrgängen gelten 2009, 2010, 2015, 2016, 2018, 2019 und 2022 als außergewöhnlich. Pomerol ist in marginalen Jahren wie 2007 oder 2017 verlässlicher als andere Bordeaux-Appellationen.

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