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Côte-Rôtie

FrankreichRhôneNördliche Rhône → Côte-Rôtie

Côte-Rôtie ist die nördlichste Appellation des Rhône-Tals – ein dreikilometerlanges Band aus Steilhängen am rechten Ufer der Rhône, kurz nach Vienne. Auf rund 330 Hektar, in 73 klassierten Lieux-dits und drei Gemeinden entstehen einige der prestigeträchtigsten Syrah-Weine der Welt. Côte Brune auf Schiefer ergibt tiefe, langlebige Weine, Côte Blonde auf Granit blumige, frühere Begleiter. Mit Erzeugern wie Guigal, Jamet und Rostaing sowie ikonischen Cuvées wie La Mouline, La Landonne und La Turque zählt Côte-Rôtie zu den großen Adressen für Weinsammler. Entdecken Sie Côte-Rôtie in unserer Auswahl.

Côte-Rôtie 

Weingüter

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0 € 6.000 €
2007 2009
2007 La Landonne - La Maison Guigal
98-
100
Robert Parker
97 Wine Spectator
Frankreich → Rhône → Nördliche Rhône Syrah

2007
La Landonne - La Maison Guigal

 425,00 Literpreis: 566,67 €
differenzbesteuert
2 vorrätig
2007 La Turque - La Maison Guigal
97-
99
Robert Parker
96 Wine Spectator
Frankreich → Rhône → Nördliche Rhône Cuvée

2007
La Turque - La Maison Guigal

 390,00 Literpreis: 520,00 €
differenzbesteuert
1 vorrätig
2009 La Landonne - Domaine Rostaing
95 Wine Spectator 94 Stephen Tanzer
Frankreich → Rhône → Nördliche Rhône Syrah

2009
La Landonne - Domaine Rostaing

 230,00 Literpreis: 306,67 €
differenzbesteuert
1 vorrätig

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Côte-Rôtie – die geröstete Steilhang-Appellation am Tor zum Rhône-Tal

Côte-Rôtie ist die nördlichste Appellation des Rhône-Tals und eine der prestigeträchtigsten Rotwein-Adressen Frankreichs. Sie liegt rund 27 Kilometer südlich von Lyon, am rechten Ufer der Rhône, unmittelbar nach Vienne. Die AOC wurde 1940 anerkannt und erstreckt sich heute über rund 330 bis 340 Hektar Rebfläche in drei Gemeinden: AmpuisSaint-Cyr-sur-le-Rhône im Norden und Tupin-et-Semons im Süden. Die Appellation produziert ausschließlich Rotwein aus Syrah (mindestens 80 Prozent), der nach Cahier des Charges mit bis zu 20 Prozent Viognier komplantiert werden darf — eine in Frankreich seltene Co-Fermentation von roter und weißer Traube. Stilistisch steht Côte-Rôtie für tiefdunkle, aromatisch komplexe und sehr lagerfähige Weine mit floralen, würzigen und schwarzfruchtigen Anklängen. Insgesamt 73 klassierte Lieux-dits — in einigen Quellen 75 — gliedern den Weinberg in ein Mosaik kleinster Parzellen.

Der Name „geröstete Hänge“ verweist auf die exponierten, südlich bis südöstlich ausgerichteten Steilhänge, die der Sonne intensiv ausgesetzt sind. Selbst französische Besucher sind oft überrascht, dass das unauffällige Dorf Ampuis das Herz dieser weltberühmten Appellation ist. Die meisten Rebzeilen liegen auf 180 bis 325 Metern Höhe, an Hängen, die stellenweise eine Neigung von über 60 Prozent erreichen. Die Bewirtschaftung erfolgt überwiegend auf Terrassen, die seit der Römerzeit von Trockensteinmauern, den sogenannten chéys, gestützt werden.

Geografische Lage und Nachbargemeinden

Côte-Rôtie liegt am rechten Ufer der Rhône, etwa drei Kilometer lang am Hang entlang, und grenzt im Süden an die Appellation Condrieu. Vienne, eine römische Gründungsstadt mit reicher antiker Geschichte, liegt unmittelbar nördlich. Die drei Produktionsgemeinden bilden ein durchgehendes, von Nord nach Süd verlaufendes Band:

  • Saint-Cyr-sur-le-Rhône im Norden mit 12 klassierten Lieux-dits
  • Ampuis als zentrale und mit Abstand größte Gemeinde mit 48 klassierten Lieux-dits
  • Tupin-et-Semons im Süden mit 13 klassierten Lieux-dits, unmittelbar an Condrieu angrenzend

Die Appellation umfasst neben den Hauptdörfern weitere Weiler, darunter Verenay (offiziell Teil der Gemeinde Ampuis) und Le Plomb. Die historische Erweiterung erfolgte schrittweise: Verenay wurde 1965 eingegliedert, Saint-Cyr-sur-le-Rhône per Dekret vom 21. Dezember 1966.

Geologie und Terroir: Schiefer trifft Granit

Die zentrale geologische Trennlinie verläuft durch das Reynard-Tälchen, das durch Ampuis fließt. Es markiert den Übergang zwischen zwei deutlich unterschiedlichen Gesteinsformationen, die aus den tertiären Alpenbewegungen hervorgegangen sind:

  • Nördlicher Sektor (Brune-Seite und weiter nach Verenay/Saint-Cyr): überwiegend Glimmerschiefer mit Quarz- und Glimmereinschlüssen, eisen- und manganreich; der Gesteinston ist blau-grau bis schwarz. Die Böden hier ergeben strukturierte, tanninbetonte, dunkelfruchtige und besonders lagerfähige Weine.
  • Südlicher Sektor (Blonde-Seite und Richtung Tupin/Semons): zunehmender Anteil von Granit, Gneis und verwittertem Feldspat mit weißem Glimmer. Die Böden sind heller — von beige über cremig bis rosa — und ergeben floralere, rotfruchtigere und früher zugängliche Weine.

Berühmt für diese Zweiteilung sind die zwei direkt nebeneinander liegenden Hauptlagen oberhalb von Ampuis: Côte Brune (rund 10 Hektar, schiefergeprägt) und Côte Blonde (rund 14 Hektar, granitgeprägt). Die populäre Legende führt die Namen auf einen Seigneur de Maugiron zurück, der die Hänge nach den Haarfarben seiner beiden Töchter benannt haben soll — eine reizvolle Erzählung, deren historische Belegbarkeit jedoch fragwürdig bleibt. Der nüchterne Befund ist geologisch: zwei Gesteinstypen, zwei Weinstile.

Innerhalb dieser Großstrukturen existieren feinste lokale Unterschiede. Eine 1907 erstellte Studie von Claudius Roux ermittelte etwa für die Côte Brune unter dem Pavillon Rouge nur 0,06 Prozent Kalk, während wenige Meter weiter, auf Truchet, der Anteil auf 52 Prozent stieg. Die meisten Winzer bevorzugen kalkarme Böden, da Kalk die typische Syrah-Kraft dämpfe.

Klima und Exposition

Côte-Rôtie liegt im Übergangsbereich zwischen kontinentalem Klima im Norden und mediterranem Einfluss aus dem Süden — die Mistral- und Südwinde prägen das Mikroklima entscheidend. Der lokale Vent d’Abricots im Juli kann die Reife innerhalb weniger Tage beschleunigen. Im Vergleich zum benachbarten Hermitage liegt das Jahresmittel der Vegetationszeit etwas niedriger, was Côte-Rôtie eine etwas größere Frische verleiht — das wurde besonders im Jahrgang 1998 sichtbar.

Die Steilheit der Hänge — bis zu 60 Grad — macht maschinelle Bearbeitung nahezu unmöglich. Die Faustregel für Hangarbeit lautet: ein Arbeiter auf zwei Hektar, bei manueller Biobewirtschaftung sogar ein Arbeiter pro Hektar. Seit 1990 wird die Pflanzenschutzbehandlung der Steillagen häufig per Helikopter durchgeführt, ab 2004 ausschließlich mit organischen Mitteln.

Rebsorten: Syrah und die Sonderrolle des Viognier

Côte-Rôtie ist überwiegend mit Syrah bestockt — geschätzt 95 Prozent der Rebfläche. Lokal trägt die Sorte den traditionellen Namen Sérine, der heute speziell jene Reben bezeichnet, die aus alter, massaler Selektion stammen und nicht aus modernem Klonenmaterial. Für den Erhalt dieser genetischen Vielfalt wurde 2003 ein Konservatorium für Syrah angelegt, ergänzt durch ein bereits 2001 eingerichtetes Viognier-Konservatorium.

Die Komplantierung mit Viognier ist eine appellationsbezogene Besonderheit: Bis zu 20 Prozent Viognier dürfen mitgepflanzt und gemeinsam mit Syrah vergoren werden — eine Co-Fermentation, die die Tannine geschmeidiger macht, florale Noten beisteuert und in seltenen Fällen die Farbe stabilisiert. In der Praxis liegt der Viognier-Anteil bei den meisten Erzeugern jedoch deutlich unter dem zulässigen Maximum, häufig bei drei bis fünf Prozent. Der Großteil des Viognier wächst auf den granitgeprägten Lagen des südlichen Sektors, deren Boden dem des benachbarten Condrieu ähnelt.

Bedeutende Lieux-dits

Die rund 73 klassierten Klimate werden traditionell um die beiden Pole Côte Brune und Côte Blonde gruppiert. Eine Showkarte des Concours Agricole de Paris von 1909 bezeichnete sie als „premiers grands crus“ der Appellation. Innerhalb der breiteren Sektoren haben sich weitere Lagen eigenständigen Ruf erarbeitet:

  • La Landonne – östlich der Côte Brune gelegen, dunkler Schiefer, eisenhaltig; ergibt tiefe, langlebige, oft mokkanotige Weine
  • La Mouline – Teil der Côte Blonde, historisch von Guigal als „Premier Cru de la Côte Blonde“ geführt
  • La Turque – südlicher Ausläufer der Côte Brune, ein Guigal-Monopol seit der Neubepflanzung 1982
  • Les Grandes Places und La Viallière – über Verenay, mikaschiefrig, mit Eisenanteilen, langsame Reife
  • Côte RozierLa BrocardeMoutonnesFongeantChampinLe MollardLancementBouchareix – weitere klassierte Klimate mit eigenständigem Profil
  • ChamponLe PlombChampet und die Lagen oberhalb von Verenay – fortschrittliche Sektoren mit teils sehr alten Rebbeständen

Eine Sonderstellung nimmt La Vialllière ein: Mit fast 10 Hektar zählt sie zu den größten Einzellagen, ist sehr steil und überwiegend südostexponiert. Eine alte Spruchweisheit der Region lautet: „Facing east is what makes le bon vin“ — der Osten bringt den guten Wein.

Weinbergsarbeit und Pflanzdichte

Auf den Steilhängen herrscht eine außergewöhnlich hohe Pflanzdichte: rund 10.000 Stöcke pro Hektar gegenüber typischen 5.000 bis 6.000 in der südlichen Rhône oder in Kalifornien. Diese Dichte begrenzt den Ertrag pro Stock und konzentriert die Aromatik. Der Zielertrag liegt nach Cahier des Charges bei 40 Hektoliter pro Hektar, der absolute Höchstertrag bei 46 hl/ha — sehr niedrige Werte selbst für die nördliche Rhône.

Die traditionelle Erziehungsform ist der Guyot, ergänzt durch das alte Échalas-System mit Holzpfählen, das auf den steilsten Hängen weiterhin bevorzugt wird, weil es Bewegung in alle Richtungen erlaubt. Die Trockensteinmauern, deren Bauweise sich seit der Römerzeit kaum verändert hat, werden nach der Ernte und vor dem Winter jährlich gewartet — eine arbeitsintensive, aber unverzichtbare Tradition.

Vinifikation und Ausbau

In der Vinifikation hat sich Côte-Rôtie seit den 1980er-Jahren modernisiert, ohne den traditionellen Charakter aufzugeben. Die meisten Erzeuger entrappen heute weitgehend, mit Ausnahmen wie Guigal (behält die Stiele bei Reife), den Brüdern Jamet und Yves Cuilleron. Die Maischegärung dauert üblicherweise drei Wochen, die Gärtemperaturen liegen häufig zwischen 32 und 38 Grad Celsius, einige Erzeuger arbeiten mit Cool-Crop-Voreinmaischung bei 5 bis 10 Grad. Eine kleine Gruppe um Jean-Michel Stéphanexperimentiert mit Kohlensäuremaischung in der Sorte des Beaujolais.

Eine appellationsrechtliche Besonderheit: Wird Viognier verwendet, muss er gemeinsam mit der Syrah vergoren werden, nicht nachträglich zugesetzt — eine Co-Fermentation, die für Côte-Rôtie typisch ist und in Kalifornien und Australien viele Nachahmer gefunden hat.

Beim Ausbau prägen drei Stilschulen die Region: kompromisslose Holzgeprägte (Guigal mit 42 Monaten in neuem Eichenholz für die La-La-Cuvées); klassisch-zurückhaltende mit überwiegend gebrauchten Fässern (Jamet, Patrick Jasmin, Gilles Barge, Vidal-Fleury); und eine moderne Mittellinie mit etwa 20 Prozent Neuholz-Anteil. Die Diskussion um den richtigen Holzeinsatz gilt vielen als die wichtigste önologische Frage der Appellation.

Stilistik und Geschmacksprofil

Côte-Rôtie ist nach heutiger Auffassung kein massiver, kraftbetonter Wein, sondern beruht auf Tiefe, betörendem Bouquet, eleganter Statur und einer fein körnigen Tanninstruktur. Im Vergleich zum südlicheren Hermitage zeigt sich Côte-Rôtie weicher, floraler und runder.

Die Weine aus dem nördlichen Schiefersektor (rund um Brune, La Landonne, Les Grandes Places) sind tief dunkel gefärbt, mit Aromen schwarzer Beeren und Steinfrüchte, gerösteter Zeder, Pflaume und Leder. In jungen Jahren wirken sie verschlossen, kräftig im Tannin und entfalten ihre wahre Komplexität erst nach sieben bis zehn Jahren.

Die Weine aus dem südlichen Granitsektor (Blonde, Tupin, Semons) sind heller, mit rotfruchtigem Bouquet — Walderdbeere, Himbeere, Veilchen — und einer floralen Frische, die das Viognier-Erbe oft hervorhebt. Sie sind früher zugänglich, leben aber typischerweise nicht so lange wie ihre nördlichen Gegenstücke.

Bedeutende Erzeuger

Die Renaissance der Appellation seit den 1980er-Jahren ist eng mit dem Namen Marcel Guigal verbunden, der mit der Trilogie La Mouline, La Landonne und La Turque Côte-Rôtie auf die Weltbühne hob. 2010 wurde mit La Reynarde eine vierte Single-Vineyard-Cuvée angelegt; die erste Ernte stammt aus 2022, die Markteinführung erfolgt frühestens 2026.

Zu den herausragenden Erzeugern der heutigen Appellation zählen:

  • E. Guigal – stilprägend, Eigentum des historischen Maison Vidal-Fleury, mit eigener Tonnellerie seit 2003
  • Domaine Jamet – Brüder Jean-Paul und Jean-Luc (später aufgeteilt in Domaine Jamet und Jean-Luc Jamet), für Klassik und Lagen-Mosaik
  • René Rostaing – seit Mitte der 1990er Jahre Referenz für stilvolle, präzise Côte-Rôtie
  • Domaine Clusel-Roch – Vorkämpfer für massale Selektion und biologische Bewirtschaftung
  • Stéphane Ogier – moderne Schule, mit eigenen Single-Vineyard-Cuvées
  • Jean-Michel Gérin – langjähriger Präsident der Erzeugerunion bis 2004
  • Patrick JasminBernard LevetGilles BargePierre GaillardYves CuilleronYves Gangloff – etablierte Adressen unterschiedlicher Stilrichtungen

Hinzu kommen Négociant-Häuser wie Vidal-Fleury (heute zu Guigal), Delas FrèresChapoutierJaboulet und Newcomer wie Tardieu-Laurent und Les Vins de Vienne.

Marktpreise und Kauforientierung

Die Preisspanne in Côte-Rôtie ist sehr breit:

  • Einstiegs-Côte-Rôtie (klassische Cuvée verlässlicher Erzeuger): meist im oberen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Eurobereich
  • Spitzen-Cuvées etablierter Domaines (Rostaing Côte Blonde, Jamet, Ogier): häufig im mittleren dreistelligen Bereich
  • Guigal Brune et Blonde (Einstiegs-Côte-Rôtie des Hauses): rund 90 bis 100 Euro
  • Guigal-La-La-Trilogie (La Mouline, La Landonne, La Turque): drei- bis vierstellige Beträge je Flasche; La Mouline 2020 etwa wurde von Vinous mit 98 Punkten bewertet und liegt im Handel um 600 Euro
  • Sammler-Jahrgänge älterer Jahrgänge: hohe Preise bei Auktionen (Sotheby’s, Christie’s)

Für Einsteiger eignet sich besonders die klassische Brune et Blonde-Cuvée — sei es von Guigal, Rostaing oder Jamet — als Brücke zwischen den beiden geologischen Welten der Appellation. Wer Stilunterschiede vergleichen möchte, greift zu einem Wein aus reiner Côte Brune und einem aus reiner Côte Blonde.

Starke Jahrgänge

Die Appellation kann auf eine bemerkenswert konstante Reihe starker Jahrgänge zurückblicken. Aktuell besonders hoch bewertet sind:

  • 2022 – als sehr starker, ausdrucksvoller Jahrgang gefeiert (Jamet 2022: 97 Wine Spectator / 96 Decanter)
  • 2020 – tiefgründig und langlebig, Guigal La Mouline mit 98 Punkten (Vinous)
  • 2019 – ebenfalls hochkarätig und lagerfähig
  • 2018 und 2017 – kräftig, klassisch
  • 2016 und 2015 – als außergewöhnlich starke Jahrgänge eingestuft
  • 2010 und 2009 – moderne Klassiker
  • 1999 – „a vintage of superb ripeness but plenty of heat“, einer der starken historischen Jahrgänge der jüngeren Zeit
  • 1991, 1990, 1989, 1988 – historische Referenzjahrgänge

Kühlere Jahrgänge wie 2002, 1996, 1994 und 1993 zeigen mehr Würze, Zimt- und Nelkenanklänge und straffere, mineralischere Finals.

FAQ – Häufige Fragen zu Côte-Rôtie

Wo liegt Côte-Rôtie?

Côte-Rôtie ist die nördlichste Appellation des Rhône-Tals, gelegen am rechten Rhône-Ufer rund 27 Kilometer südlich von Lyon, unmittelbar nach Vienne. Die Hänge erstrecken sich auf etwa drei Kilometer Länge.

Was sind die Nachbargemeinden von Côte-Rôtie?

Die Appellation umfasst die drei Gemeinden Ampuis (Hauptort), Saint-Cyr-sur-le-Rhône im Norden und Tupin-et-Semons im Süden. Im Süden grenzt die Appellation unmittelbar an Condrieu. Vienne im Norden gehört nicht zur Appellation, ist aber historisch eng mit ihr verbunden.

Welche Rebsorten sind in Côte-Rôtie zugelassen?

Côte-Rôtie ist eine reine Rotweinappellation. Hauptsorte ist Syrah mit mindestens 80 Prozent. Als einziger Beigabepartner ist Viognier (weiße Sorte) bis zu 20 Prozent zugelassen, ausschließlich in gemeinsam gepflanzten Parzellen und in Co-Fermentation mit Syrah.

Wie viele Grand Crus oder Premier Crus hat Côte-Rôtie?

Côte-Rôtie kennt keine offizielle Klassifikation in Grand Cru oder Premier Cru. Stattdessen gibt es 73 klassierte Lieux-dits (einige Quellen nennen 75), die sich auf die drei Gemeinden verteilen. Die zwei berühmtesten Lagen sind Côte Brune und Côte Blonde.

Was unterscheidet Côte Brune und Côte Blonde?

Beide Lagen liegen oberhalb von Ampuis, sind aber geologisch sehr verschieden. Côte Brune (rund 10 Hektar) steht auf eisenhaltigem Glimmerschiefer und ergibt tiefdunkle, tanninbetonte, lagerfähige Weine. Côte Blonde (rund 14 Hektar) steht auf hellerem Granit und ergibt floralere, rotfruchtigere und früher zugängliche Weine.

Was bedeutet „Brune et Blonde“?

„Brune et Blonde“ ist die klassische Cuvée vieler Côte-Rôtie-Erzeuger: ein Verschnitt aus Trauben der Côte Brune und der Côte Blonde, der die beiden Stilwelten der Appellation in einem Wein vereint. Die bekannteste Version stammt von E. Guigal.

Welche Jahrgänge eignen sich für Côte-Rôtie besonders?

Als außergewöhnlich gelten unter den jüngeren Jahrgängen 2022, 2020, 2019, 2018, 2017, 2016 und 2015. Historisch bedeutend sind 2010, 2009, 1999, 1991, 1990, 1989 und 1988. Kühlere Jahre wie 2002, 1996 und 1994 zeigen straffere, mineralischere Stilistik.

Wie lange kann man Côte-Rôtie lagern?

Klassische Côte-Rôtie-Cuvées entfalten ihre Komplexität meist nach sieben bis zehn Jahren und können sich problemlos zwanzig Jahre und länger entwickeln. Spitzencuvées aus der Côte Brune (Landonne, Grandes Places) sowie die Guigal-La-La-Trilogie zählen zu den langlebigsten Weinen Frankreichs.

Was kostet ein guter Einstiegs-Côte-Rôtie?

Eine klassische Brune-et-Blonde-Cuvée eines verlässlichen Erzeugers liegt meist im oberen zweistelligen bis niedrigen dreistelligen Eurobereich. Guigals Brune et Blonde, einer der bekanntesten Einstiegsweine, kostet rund 90 bis 100 Euro. Spitzencuvées und die Guigal-La-La-Trilogie erreichen drei- bis vierstellige Preise.

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